Der falsche Adressat

Impfeinladung für verstorbenen Ehemann - Witwe geht leer aus

Langenhagen (ok). Werner Kowalski ist vor knapp 19 Jahren verstorben, aber trotzdem lag ein Schreiben des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung bei seiner Witwe Wilma im Briefkasten. Werner Kowalski hatte eine Einladung bekommen, sich einen Termin für die Corona-Schutzimpfung reservieren zu lassen. Wilma Kowalski, die 1933 geboren wurde, und deren Vorname ja auch mit W anfängt, hatte dagegen keinen Brief der Niedersächsischen Gesundheitsministerin Carola Reimann erhalten. Gleich eine doppelte, wenig pietätvolle Panne? Rebecca Toporik aus der Pressestelle des Ministeriums versucht den Vorgang, den sie natürlich bedauert, aufzuklären: "Wir bekommen die Adressen von der Deutschen Post, dürfen sie aus Datenschutzgründen nicht aus dem Melderegister ziehen." Und da sei es leider kei Einzelfall, das ein Verstorbener nicht bei der Post abgemeldet worden sei, er vielleicht sogar der Einzige gewesen sei, der dort überhaupt immer noch gemeldet sei. Und Rebecca Toporik macht für diesen speziellen, aber auch für jeden ähnlich gelagerten Fall, deutlich: "Frau Kowalski kann sich natürlich unter der Telefonnummer (0800) 9 98 86 65 oder auch unter www.impfportal-niedersachsen.de einen Impftermin reservieren lassen." Im Februar würden nur 30.000 Impftermine pro Woche vergeben. Da aber wöchentlich neuer Impfstoff geliefert werde, gebe es fortlaufend weitere Termine. Sollten alle Termine schon vergeben sein, existiere auch eine Warteliste für die älter als 80-Jährigen. Nach der Reservierung des Impftermins komme eine schriftliche Impfbestätigung mit einer Wegbeschreibung zum Impfzentrum. Nötig seien für den Corona-Schutz zwei Impfungen.