„Der Kaiser kommt, Mund halten“

Pfeift seit mehr als drei Jahren konsequent und erfolgreich: Roland Kaiser vom DJK Sparta Langenhagen.Foto: O. Krebs

Schiedsrichter und Torwart: Roland Kaiser lebt für den Fußball

Langenhagen (ok). Er heißt zwar Roland Kaiser, aber mit Singen hat er nicht so viel am Hut. Vielmehr mit dem runden Leder, denn der 34-Jährige, der bei den Hannoverschen Werkstätten arbeitet, ist nicht nur Torwart, sondern seit drei Jahren auch Schiedsrichter. Wer ihn allerdings an der Pfeife erlebt, könnte meinen, Roland Kaiser macht das schon sein Leben lang. Durch seine klare Linie verschafft sich der Referee von Sparta viel Respekt, bleibt dabei aber immer menschlich. Eins ist aber klar: Diskussionen auf dem Platz gibt es bei ihm nicht. So heißt es oft, wenn er die Teams der 2. bis 4. Kreisklasse etwa alle drei Wochen wiedertrifft: „Der Kaiser kommt, Mund halten“. Roland Kaiser, der zum Ausgleich die Kampfsportart Wing-Tschun betreibt, geht in seinem Hobby auf: „Ich habe etwas gefunden, was mir richtig Spaß macht.“ Ganz wichtig ist es für ihn, Ruhe reinzubringen; Hektik auf dem Platz kann er nicht vertragen. Und er ist ein fürsorglicher Schiedsrichter, bindet den Kleinen bei Jugendturnieren auf dem Platz öfter mal die Schnürsenkel zu. „Sicherheit geht eben immer vor“, sagt Roland Kaiser ; bei ihm wird nicht ohne Schienbeinschoner gespielt. Aber er kann auch durchgreifen, ohne Frage. So musste er in seinen bisherigen 105 Spielen schon einige gelbe und rote Karten ziehen, es hätten mit weniger Einfühlungsvermögen aber durchaus mehr sein können. an seine erste Begegnung erinnert er sich noch genau: SV Weetzen III gegen SV Northen-Lenthe II in der 4. Kreisklasse. Endstand: 3:2. Und auch sein schwierigstes Spiel hat er noch genau vor Augen: RSV Seelze gegen Dedensen in der 3. Kreisklasse: „In der 92. Minute habe ich das 1:0 wegen einer hauchdünnen Abseitsstellung nicht gegeben, im Gegenzug fiel dann das 0:1“, erzählt Kaiser. Die Reaktion des betroffenen Trainers: „Respekt, dass Sie das gesehen haben.“ Zwei andere kleine Anekdoten aus der Schiedsrichterkarriere Roland Kaisers: ein seinem allerersten Jugendspiel in Letter – es waren die C-Junioren – musste Kaiser einem Spieler gelb, fünf Minuten und dann auch noch rot zeigen. Und in der 3. Kreisklasse bei der Begegnung SC Langenhagen gegen Brelingen II gab es schon nach drei Minuten gelb-rot für den Spielertrainer, der als Torwart fungierte. Und damit nicht genug: Drei glattrote Karten folgten. Die oberste Devise für ihn lautet „immer Ruhe reinbringen“. Ein Motto, das für den Mitarbeiter im Gartenlandschaftsbau, auch als Aktiver gilt. Roland Kaiser ist Torhüter und Mannschaftsführer des Teams der Hannoverschen Werkstätten und da auch überaus erfolgreich. 2011 war der Höhepunkt – Niedersachsenmeister in Barsinghausen und dann Vierter in der Endrunde der Deutschen Meisterschaft in Duisburg; vor allem die sportlichen Vergleiche mit dem Erzrivalen Goslar sind ihm im Gedächtnis geblieben. „Wir sind seit dem Erfolg damals die beste niedersächsische Mannschaft aller Zeiten“, sagt Kaiser, auf den sie bei Sparta Langenhagen zählen, stolz. Bei den Special Olympics für mehrfach und geistig Behinderte holte er sich zweimal die Goldmedaille mit seinem Team. Bei den Europäischen Olympischen Spielen wurde er dann wieder Vierter. Auf 2016 freut er sich besonders, dann gibt es ein Heimspiel: Die Special Olympics steigen in Hannover. Und dann wird es vielleicht wieder dieses Gänsehaut-Feeling geben, von dem Roland Kaiser schwärmt: „Es ist irre, wenn dein Name gerufen wird, und alle Zuschauer auf der Tribüne aufstehen und klatschen.“ Eine Stimmung, die er genauso genießt, wie sein populärer Namensvetter aus der Schlagerbranche.