Der Kicker mit dem feinen Fuß

Gehen jetzt gemeinsam und bald zu dritt durchs Leben: Philipp Schmidt und seine Miriam.

Ex-Oberligaspieler Philipp Schmidt heiratet seine Miriam/Bald sind sie zu dritt

Langenhagen (ok). Seine Freistöße waren gefürchtet, wenn er Maß genommen hat, haben die Gegner oft schon weiche Knie bekommen. Seine Karriere hat der Kicker mit der feinen Technik zwar schon beendet, läuft nur noch ab und zu für die Alten Herren des TSV Krähenwinkel/Kaltenweide auf. Aber es hat ein neuer Lebensabschnitt begonnen und zwar bald zu dritt. Seine Miriam, die mit Geburtsnamen Hahn heißt, und er haben sich am 30. April im Langenhagener Standesamt das Ja-Wort gegeben. Sie kannten sich schon lange aus dem Freundeskreis, aber vor zweieinhalb Jahren habe es bei "einem Glas Lambrusco" Klick gemacht, sagt Schmidt schmunzelnd. Eigentlich wollten sie schon im vergangenen Jahr heiraten, hatten aber wegen der Corona-Pandemie die Trauung verschoben. Niemand konnte ja ahnen, dass das Virus immer noch unser Leben bestimmt. „Aber in einem Jahr, auch wieder am 30. April, holen wir alles mit Freunden und Familie nach“, verspricht Schmidt. Dann aber zu dritt, denn die gelernte Altenpflegerin und der VW-Mitarbeiter freuen sich auf ihre Tochter, die am 16. Juni das Licht der Welt erblicken sollen. Eine spannende Zeit für den 34-Jährigen und seine vier Jahre jüngere Ehefrau. Spannende Jahre liegen auch auf dem grünen Rasen hinter Philipp Schmidt, der zweifellos eines der größten Talente Langenhagens und ein begnadeter Techniker zu seiner Zeit war. Schmidt, dessen Karriere bei Sparta begann und beim TSV KK endete, schaffte es in den goldenen Zeiten des SC Langenhagen bis in die Fußball-Oberliga. Weitere Stationen des Kickers, der oft als hängende Spitze agierte, waren in der Jugend Hannover 96 und Fortuna Sachsenross, später im Herrenbereich der OSV Hannover, mit dem ihm zusammen mit seinem älteren Bruder Timo der Aufstieg in die Landesliga gelang. Und auch mit den Krähen spielte er ja in der Landesliga. Zu einer langen Fußballkarriere gehört aber nicht nur Licht, sondern auch Schatten. An eine seiner bittersten Niederlagen erinnert er sich noch ganz genau: Es ging mit dem SC Langenhagen in Leipzig um den Aufstieg in die A-Jugend-Bundesliga. Vor 10.000 Zuschauer stand es nach 90 Minuten 1:1, das Hinspiel im Walter-Bettges-Stadion war 2:2 ausgegangen. „Damals gab es in der Jugend noch keine Auswärtstorregel“, erinnert sich Philipp Schmidt. In der Verlängerung hielten die Gäste das Unentschieden, bis die 120. Minute anbrach. Schmidt weiß es noch wie damals: „Ein Freistoß flog von der Mittellinie in den Strafraum, da standen 20 Mann, und dann war der Ball drin.“ Der SCL war stehend k.o., Leipzig aufgestiegen. Aber Niederlagen gehören eben zum Sport dazu, auch wenn sie noch so dramatisch sind. Mittelfeldregisseur Schmidt - er hat in seiner aktiven Zeit oft als "hängende Spitze" agiert, hat sie längst abgehakt und denkt vor allen Dingen an die schönen Momente zurück und auch an den Respekt, den ihm seine Gegenspieler abgerungen haben. Jetzt freut er sich auf seine neuen Rolle als Familienvater und ist zusammen mit seiner Ehefrau ganz gespannt, wann der Geburtstermin ist und wie viel die Kleine wiegt. „Das haben unsere Freunde geschätzt und ihre Tipps auf eine Wäscheleine gehängt. Wer am nächsten dran ist, für den denken wir uns eine Überraschung aus“, verspricht Schmidt. Eine schöne Idee und sicherlich ein schöneres Geschenk als das, was Philipp Schmidt seinen Gegnern auf dem Fußballplatz oft in Form von schönen Treffern überreicht hat.