Der lange Weg zum Schutzengel

Alexe Limbach und Carsten Keller mussten nach "Ganz schön blöd" eine Menge Fragen der Schülerinnen und Schüler beantworten.Foto: O. Krebs

Theaterstück schärft Sinne gegen sexuellen Missbrauch

Godshorn (ok). Wo fängt Hilfe holen an und wo hört petzen auf? Für Grundschülerinnen und Grundschüler oft eine Zwickmühle, in der sie stecken. Schließlich wollen sie vor ihren Klassenkameradinnen und -kameraden nicht dumm dastehen, aber natürlich auch nicht belästigt werden. Andrea Kunkel, neue Schulleiterin an der Godshorner Grundschule: "Es ist toll, dass über das Spiel die Sinne geschärft werden." Carsten Keller und Alexe Lombach von der Kontakt- und Informationsstelle "Zartbitter" aus Köln, die mit Theaterstücken gegen Mobbing und sexuellen Missbrauch in ganz Deutschland unterwegs sind, haben als "Tine" und "Teugel 2418" in "Ganz schön blöd" anschaulich für ein Thema sensibilisiert, das Jeden von uns treffen kann. Teugel 2418 – eine Wortschöpfung aus Teufel und Engel – ist schon zigmal durch die Prüfung zum Schutzengel gefallen, weil er noch nicht den richtigen Dreh gefunden hat, um Jemanden aus drohender Gefahr zu retten. Alle Bemühungen, Tine aus einer "gefährlichen Gefahr" zu befreien, sind fehlgeschlagen. Und dann kommt Teugels große Stunde, als der Bruder von Tines Freundin heimlich Fotos von den beiden Mädchen macht und droht, sie zu veröffentlichen. Teugel gibt mit Tines Simme vor, Polizei und Jugendamt einzuschalten und erhält für diese mutige Aktion den Ritterschlag zum Schutzengel. Bei der anschließenden Diskussion der Dritt- und Viertklässler mit den beiden Bühnenschauspielern kristallisierte sich schnell heraus, dass diejenigen die Doofen seien, die ein blödes Gefühl machten, und dass es gute und blöde Gefühle gibt. Wichtig sei es, sich drei Leute zu suchen, mit denen man im Vertrauen reden könne, sich die Namen aufzuschreiben und an einem sicheren Ort zu verstauen. Und: Die Lehrerinnen und Lehrer bekamen als Hausaufgabe mit auf den Weg, sich um die Adresse einer Beratungsstelle in der Nähe zu kümmern und sie den Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg zu geben.