Der Papst für die Armen

Pfarrer Klaus-Dieter Tischler beeindruckt die Bescheidenheit des neuen katholischen Oberhaupts.

Tischler: Franziskus wird Akzente setzen

Langenhagen (ok). Für den früheren SPD-Parteivorsitzenden Franz Müntefering war es das "schönste Amt" neben seiner damaligen Profession, seit Mittwochabend ist die Stelle im Vatikan nicht mehr vakant, auch überall in Deutschland läuteten die Glocken. Die 1,2 Milliarden Katholiken haben ein neues Oberhaupt: Jorge Mario Bergoglio, der sich selbst Papst Franziskus nennt. Der 76-jährige Argentinier ist Jesuit und war bislang Erzbischof in Buenos Aires. Franziskus ist seit 1.250 Jahren der erste Papst, der aus Lateinamerika stammt. Dem Kontinent, in dem etwa die Hälfte der Katholiken auf der Welt zu Hause ist. Franziskus gilt als konservativ, spricht sich zum Beispiel gegen Abtreibung und Homo-Ehe aus. Und: Franziskus, der in einfachem Gewand auf den Balkon am Petersplatz in Rom trat, zeichnete sich schon bei seinem Antritt durch Bescheidenheit, Freundlichkeit und Demut aus.
Für den Langenhagener Pfarrer Klaus-Dieter Tischler ist diese Personalie eine "sehr gute Entscheidung" des Konklaves. Franziskus werde mit Sicherheit Akzente setzen und sich den Problemen stellen. Was Tischler ganz wichtig findet: Durch seine Herkunft und theologische Ausrichtung werde der neue Papst einen "Blick für die Armen" haben.
Seine evangelisch-lutherische Kollegin, die stellvertretende Superintendentin Birgit Birth, wünscht sich, dass der neue Papst die "gemeinsame Verantwortung für die christlichen Werte" wahrnimmt. Er solle der Konsumgesellschaft entgegenwirken, die große Offenheit der katholischen Kirche auf dem gemeinsamen ökumenischen Weg weitertragen.