Der SCL bestimmte das Familienleben

Sitzen gern gemeinsam auf ihrer Terrasse: Evmarie und Konrad Mössinger. (Foto: O. Krebs)

Evmarie und Konrad Mössinger feiern das Fest der diamantenen Hochzeit

Langenhagen (ok). „Willst du deinen Vater sehen, musst du auf den Sportplatz gehen“: Dieser Spruch trifft auf Gabriele und Jens-Uwe hundertprozentig zu. Denn ihr Vater Konrad Mössinger hat für den seinen SC Langenhagen gelebt, war von 1967 bis 1997 der Vorsitzende des größten Langenhagener Sportvereins und ist jetzt der Ehrenvorsitzende. 30 Jahre Vereinsvorsitzender und doppelt so lange Ehemann. Mit seiner Evmarie hat der heute 88-Jährige jetzt das Fest der diamantennen Hochzeit gefeiert. Kennen gelernt hat sich das Paar übrigens 1957 am Silbersee. Die Sparkassenkauffrau Evmarie Mössinger, geborene Dommus, war aus ihrer Heimatstadt Halle erst nach München und schließlich nach Hannnover zu ihren Eltern gezogen und hatte einen Ausflug an den Silbersee gemacht. Dort flogen ihr dann die Bälle der „verrückten Fußballer“ um die Ohren, zu denen auch der junge Konrad gehörte. Und so entwickelte sich alles langsam, ihr späterer Ehemann brachte sie öfter nach Hause nach Bothfeld, und sie lernte den Ingenieur bei Conti näher kennen. 1959 war Verlobung, ein Jahr später wurde geheiratet. Am 14. Juli standesamtlich im heutigen Haus der Jugend, zwei Tage später kirchlich in der Elisabethkirche. Die erste eigene Wohnung war in der Hackethalstraße, dann haben die beiden 48 Jahre lang in der Gladiolenstraße gewohnt, bevor sie vor acht Jahren in den Schildhof umgezogen sind. Fußball war immer die Leidenschaft Mössingers. „Ich habe noch gespielt, bis ich älter als 50 war“, erzählt er. Eine Zeit, in der die Familie oft auf dem Sportplatz zu finden war. Und Mössinger erinnert sich auch an seine Vorstandstätigkeit: „Da bin ich oft von der Conti direkt ins Büro beim SCL gefahren.“ Seine Evmarie hat zum Ausgleich gern gelesen, geschwommen, Handarbeiten erledigt, ist zur Gymnastik gegangen oder zum Schwimmen. Ihr großes gemeinsames Hobby war der Garten in der „Kolonie am Bahndamm“ in der Niedersachsenstraße. Gern sind die beiden auch gereist – Italien, Türkei oder auch die slowenische Partnerstadt Novo mesto waren beliebte Ziele. Kniffeln, Kartenspielen oder Fahrradfahren waren früher beliebte Freizeitbeschäftigungen der Mössingers, heute lassen sie es ruhiger angehen. „Wir sitzen gern auf der Terrasse und schauen unseren Vögeln beim Knabbern zu“, sagt Konrad Mössinger, von vielen nur einfach „Conny“ genannt. Die Entwicklung seines SC Langenhagen betrachtet der Ehrenvorsitzende aus der Distanz mit gemischten Gefühlen, die „goldenen Zeiten“ seien leider vorbei, die anderen Langenhagener Vereine hätten dem SCL den Rang abgelaufen. Zum Sportplatz zieht es „Conny“ Mössinger schon lange nicht mehr.