Der Stadtbahnanschluss fehlt noch

Große Baustelle, großer Plan: Projektleiter Maik Demlang, Bürgermeister Mirko Heuer und Abteilungsleiterin Anette Mecke erklären, wie künftig Busse und Autos über den Platz fahren sollen. (Foto: S. Stein)

Stadt Langenhagen investiert 1,8 Millionen Euro in Buswendeschleifen

Langenhagen (seb). Der Beton der künftigen Busfahrspuren ist trocken. Das ist vielleicht die wichtigste Nachricht dieser Tage für die Bauarbeiter an der Theodor-Heuss-Straße. In der vergangenen Woche war ein bislang Unbekannter durch den frischen Beton auf der Baustelle neben dem Parkplatz der Pferderennbahn gestapft, wo derzeit die große neue Buswendeanlage für das Gymnasium entsteht. Der kleine Schaden ist mittlerweile notdürftig ausgebessert. Für die Schüler gibt es aber Wichtigeres: Voraussichtlich können sie teilweise im Sommer 2022 in ihr neues Schulgebäude einziehen – und mit dem Bus zur Schule kommen.
Denn mittlerweile ist abzusehen, dass die Arbeiten für die neuen Bushaltestellen unweit des riesigen neuen Schulbaus pünktlich fertig werden. Die Stadt Langenhagen investiert dafür gut 1,8 Millionen Euro. Das Ziel ist klar:  Schüler sollen seltener per Elterntaxi kommen. „Wir wollen den Verkehr entlasten“, sagt Bürgermeister Mirko Heuer. Und die Kinder und Jugendlichen sollten zum Umsteigen auf den öffentlichen Nahverkehr gebracht werden. Nichtsdestotrotz wird es eine sogenannte Kiss-and-ride-Zone geben, an der Eltern ihre Kinder absetzen und einsammeln können.
Zunächst können nur Schüler die Bushaltestellen mit acht Wartehallen nutzen. Für Autofahrerinnen und -fahrer ändert sich die Verkehrsführung etwas, sobald die Bauarbeiten abgeschlossen und die Buslinien umgestellt sind. Eine Ampel soll den Verkehr im Kreuzungsbereich regeln – derzeit sind die Anlagen außer Betrieb gesetzt. Über die Theodor-Heuss-Straße soll es zwei Überwege mit Fußgängerampeln statt wie bislang einem geben. Der Besucherverkehr der Pferderennbahn Neue Bult muss künftig über die Buswendeanlage ausfahren. Durch den Bau der Busanlage verkleinert sich die Parkfläche für Autos, die zum Flohmarkt oder Pferderennen nach Langenhagen kommen.
Beim benachbarten Schulneubau selbst sieht der Zeitplan mittlerweile gut aus – der Erste Stadtrat, Carsten Hettwer, ist noch immer optimistisch gestimmt. Nach vielen Rückschlägen wegen der Corona-Pandemie und Materialmangel geht er davon aus, dass mindestens ein Teil des Gymnasiums zum neuen Schuljahr 2022/2023 im Sommer von der Konrad-Adenauer-Straße in den Neubau an der Theodor-Heuss-Straße umziehen kann.
Ein entscheidender Baustein, den sich die Stadtverwaltung seit Jahren wünscht, fehlt aber noch: der Stadtbahnanschluss. Eine Verlängerung der schon bestehenden Strecke durch Langenhagen soll sowohl die Silberseesiedlung anbinden als auch eine Bahnhaltestelle für das neue Gymnasium, die benachbarte Wasserwelt sowie die Pferderennbahn schaffen. So richtig festlegen wollen sich die Verantwortlichen noch nicht, ob es denn nun klappt mit dem Bau und wenn ja wann. Letztlich ist dafür auch die Region verantwortlich. Zumindest befinde sich die Strecke im Nahverkehrsplan als sogenannte Vorhaltetrasse, sagt Hettwer.
Heuer gibt aber folgendes Szenario aus: Er könne sich vorstellen, dass das Projekt 2024 starten könnte. Dann würde womöglich aber noch viel Zeit verstreichen, bis letztlich der Bau beginnen könnte. Für das Planungsverfahren befürchtet die Stadt allerlei Einsprüche der Anwohnerinnen oder Anwohner entlang der neuen möglichen Stadtbahnlinie. Letztlich funktioniere die öffentliche Verkehrsanbindung des Gymnasiums schon über die Busse, sagt Heuer. Aber die Stadtbahn sei auch für die Wohnsiedlungen und die Wasserwelt eine erhebliche Aufwertung. „Wir werden alles dafür tun, dass die Stadtbahn schnell kommt“, verspricht Heuer.
Die Stadt jedenfalls hat mit dem Bau der Busanlage die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass eine Stadtbahnhaltestelle an das Gelände angebunden werden kann. Dort, am neuen Gymnasium, befinde sich in der Zukunft die neue Endhaltestelle der Stadtbahnlinie, zusätzlich gebe es eine Zwischenstation etwa Höhe der Niederrader Allee. Auch der Schulneubau ist entsprechend den Abstands- und Erschütterungsrichtlinien geplant worden.