Der TSV wartet auf ein konkretes Konzept

Gehört dem TSV Godshorn seit sieben Jahrzehnten an: Gisbert Remane. (Foto: O. Krebs)
 
Ist seit 60 Jahren Mitglied: Dieter Bod. (Foto: O. Krebs)

Ulf Theusner: „Arbeit ist ehrenamtlich bald kaum mehr zu leisten“

Godshorn (ok) Er wollte auf der Jahreshauptversammlung – wegen der Corona-Pandemie unter freiem Himmel – eigentlich gar nicht sprechen. Aber unter der Punkt „Verschiedenes“ musste Ulf Theusner, Vorsitzender des TSV Godshorn, dann auf Nachfrage eines Vereinsmitgliedes dann doch Stellung zum Thema Nachnutzung Hallenfreibad und den Plänen des potenziellen Investors Martin Weiß beziehen. Theusner antwortete allerdings bedeckt und betont defensiv. Der TSV warte jetzt erst einmal auf ein konkretes Konzept, bevor er sich näher mit dem Protest beschäftige. Deshalb gehöre der TSV Godshorn auch nicht zu den Gründungsmitgliedern des Vereins „ZAG Norddörfer 2020“, den Weiß ins Leben gerufen hat. In ihrem Grußwort ging Ortsbürgermeisterin Ute Biehlmann-Sprung darauf ein, dass der TSV mit seinem vielfältigen Angebot nicht nur ein Aushängeschild für Godshorn, sondern für ganz Langenhagen sei. Willi Minne, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Langenhagen, betonte die Auswirkungen und die besonderen Herausforderungen, die die Corona-Pandemie für die Sportler gehabt hat. Er machte aber zugleich deutlich, dass viele Dinge wie etwa Liebe, Lesen oder Lachen nicht abgesagt seien. Und die Lachmuskeln der Vereinsmitglieder strapazierte Raimund Radke, Vorsitzender des Ehrenrates, in einer launigen Rede. Eine Büttenrede schon im September, obwohl Karneval in diesem Jahr coronabedingt nicht über die Bühne gehen wird. Wie sagte Theusner so schön: „Viele kommen nur wegen dir, Raimund, zur Jahreshauptversammlung.“
Theusner ging in seinem Bericht darauf ein, dass die Aufgaben im Verein bald ehrenamtlich nicht mehr zu leisten seien, dann vielleicht ein hauptamtlicher Geschäftsführer eingestellt werden müsse. Weiterhin sei das große Ziel Kunstrasenplatz in weiter Ferne gerückt – die Kosten von rund 750.000 Euro seien ohne Hilfe der Stadt Langenhagen einfach nicht zu stemmen. Was die Finanzen angeht, so steht der TSV mit seinen 998 Mitgliedern – 126 Eintritte standen 2019 lediglich 86 Austritte gegenüber – vergleichsweise gut da. Ende 2019 waren nach Auskunft des Schatzmeisters Ulrich Weyel noch etwa 18.800 Euro in der Kasse. Im Jahr zuvor waren es allerdings noch rund 32.500 Euro.
Für besondere sportliche Leistungen und besonderes Engagement wurden im Verein die Fußball-A-Juniorinnen, die 4. Herren, die 1. Herren, die Volleyballer, die Badminton-Akteure sowie Sven Reich, die Jugendtrainer Fabian Schleevogt und Andreas Härtwig und Elke Kowitz, Leiterin der Rhönrad-Abteilung, ausgezeichnet. Und auf dem Programm standen auch Ehrungen für lange Vereinszugehörigkeit. 70 Jahre im TSV Godshorn sind Peter Pospich, Gisbert Remane und Rosa Prosch, 60 Jahre dabei sind Dieter Bod und Peter Holetzek, ein halbes Jahrhundert gehören dem Turn- und Sporverein im Westen Langenhagens Ralf Kruse, Karl-Heinz Podzielny, Monika Karnissek und Margarete Fuhrmann an. 40 Jahre ist Achim Raddatz mit von der sportlichen Partie. Über 25-jährige Vereinszugehörigkeit freuen sich Maximilian Linnenbrink, Frank Spiler, Wolfgang Weyel und vier Mal die Familie Boekhoff. Antje, Frauke, Reinhilde und Hannes sind jeweils seit einem Vierteljahrhundert Mitglieder des TSV Godshorn.