"Der Wert des Zusammenhalts"

Argumentiert mit viel Körpereinsatz: Regionspräsident Hauke Jagau (rechts) mit Marco Brunotte. (Foto: D. Lange)

Hauke Jagau im Maigespräch bei der SPD in Langenhagen

Langenhagen (dl). Das Maigespräch der SPD Langenhagen in der gemütlichen Kleinkunstbühne „daunstärs“ drehte sich vor den Wahlen zum Europäischen Parlament am 26. Mai 2019 um die Frage „Was hat die Region Hannover mit Europa zu tun? Hauke Jagau, der Regionspräsident, nimmt das Thema zum Anlass, einige Eckpunkte für die Weiterentwicklung der Region Hannover zu skizzieren. Seit 18 Jahren gibt es die Region Hannover und ist dabei immer mehr als eine Gebietskörperschaft gewesen. Seit ihrer Gründung am 1. November 2001 ist sie nicht nur ein gemeinsames Reformprojekt, sondern vor allem.ein Symbol für die Zusammenarbeit der 21 Städte und Gemeinden in der Region Hannover, in der Mitte Europas. Die Vorteile für die Bürger der EU als einem gemeinsamen Währungs- und Wirtschaftsraum liegen auf der Hand. Ein gemeinsamer Binnenmarkt, eine stabile und verlässliche Währung sowie eine allgemeine Freizügigkeit bei der Wahl von Wohnort und Arbeitsplatz, um nur einige zu nennen. Europa stehe darüber hinaus, auch deswegen, für Frieden, Freiheit und Solidarität – auch in Zeiten des Brexits. Insbesondere aber am Beispiel Großbritanniens und dem bevorstehenden Austritt Englands aus der EU werde der zerstörerische Einfluss politischer Hasardeure und Populisten deutlich, die für die derzeitige Lage Englands veantwortlich seien. Die Gesellschaft auf der britischen Insel ist tief gespalten in der Frage: Austritt oder nicht und man darf annehmen, dass der Verlust europäischer Wertegesellschaften zwangsläufig zu verminderter Handlungsfähigkeit des Staatenbunds führt. Der Regionspräsident ist in seinem Vortrag bestrebt, Europapolitik fassbarer, weniger abstrakt darzustellen und spannt den europäischen Bogen von den historischen Abkommen der Adenauer-Regierung nach Ende des Zweiten Weltkriegs zwischen den einstigen Erzfeinden Deutschland und Frankreich, die den Anfang machten und damit den Grundstein für die heutige Europäische Union legten. Wie für die EU gelte auch für die Region das Prinzip des Teilens und Ausgleichs von Chancen und Risiken. Was unter anderem bedeutet: Wenn es der Wirtschaft gut geht, profitiert davon auch die Region. Etwa bei der Finanzierung der Sozialkosten, beim öffentlichen Nahverkehr, dem Natur- und Umweltschutz. So stehen auf europäischer Ebene derzeit 352 Milliarden für den Ausbau von Infrastruktur, Unternehmensförderung, Umweltschutz und Arbeitnehmer-Weiterbildung zur Verfügung. Des Weiteren werden von der EU zahlreiche Projekte gefördert, im Naturschutz oder ganz konkret für das hannoversche Sprengelmuseum und die Kanadalandschaft „Yukon Bay“ im Zoo Hannover. Außerdem befindet sich ein als Pilotbetrieb gedachter und von der EU geförderter, autonomer Bus-Shuttleverkehr in Garbsen zwischen der Stadtbahn-Endstation und dem ca einen Kilometer entfernten Neubau des Campus Maschinenbau der Leibniz-Universität in Planung. So sollen etwa die Schulen in der Region mit einem Glasfaserkabel für schnelles Internet ausgerüstet werden, so Jagau.