Deutscher Vizemeister über 20 Kilometer

Belegten in Erfurt einen hervorragenden zweiten Platz: die Sparta-Geherinnen Birgit Komoll (von links), Corinna Luedtke und Anneke Heuer.

Spartas Geherinnen erringen größten Erfolg in der Vereinsgeschichte

Langenhagen. Lange haben Spartas Geher auf den Tag hingearbeitet, bei der Deutschen Meisterschaft im Straßengehen ein Frauenteam an den Start zu bringen. Wohlgemerkt, es geht nicht um die Seniorinnenklasse, sondern um die offene Frauenklasse in der olympischen Leichtathletikdisziplin 20-Kilometer-Straßengehen. In Erfurt war es nun soweit. Die 162 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Deutschen Meisterschaft – alles was der deutsche Gehsport aufzubieten hat – stürzten sich in den Start nach Mittelstrecklermanier. Am Ende des Wettkampfs hatten die Spartanerinnen Anneke Heuer, Corinna Luedtke und Birgit Komoll für den größten sportlichen Erfolg der mehr als 50-jährigen Vereinsgeschichte gesorgt. Sie wurden Deutscher Vizemeister in der offenen Frauenklasse. Dieser großartige Erfolg wird in die Vereinsgeschichte eingehen. Den bisher größten Erfolg erreichten im Jahre 2000 die Geher Wolfgang Luedtke, Hans-Peter Damitz und Edward Dewucki. Sie wurden seinerzeit in Naumburg ebenfalls im 20-Kilometer-Straßengehen Dritter in der offenen Männerklasse. Besonders freuen wird sich Vater Wolfgang Luedtke, dass seine Tochter Corinna nun sein sportliches Werk so erfolgreich fortgeführt hat. Fast im Vorübergehen heimsten die drei Langenhagenerinnen auch noch den DM-Titel der Seniorinnen (ab 30 Jahre) ein. Zu Gold und Silber kam für jede Spartanerin noch eine Medaille in der Einzelwertung hinzu. Corinna Luedtke holte sich Bronze in der Altersklasse W 30. Der DM-Titel bei den ganz jungen Seniorinnen ging an die erfolgreiche Olympiateilnehmerin Sabine Krantz geborene Zimmer. Auch Anneke Heuer bekam nach Gold und Silber auch noch Bronze. In W 40 hatte sie sich über weite Strecken einen tollen Wettkampf mit Nicole Hörl (Diez) um Platz 2 geliefert. Für Birgit Komoll gab es in der Einzelwertung W 50 sogar Silber. Derartige Medaillenansammlungen kannte man bei Sparta bisher eher von Karl Degener. Für die männlichen Senioren ab 60 Jahre war in Erfurt allerdings nur das Zehn-Kilometer-Straßengehen ausgeschrieben. Nach gerade auskurierter Fußverletzung führte Kalle das Spartateam mit Hans-Peter Damitz und Manfred Krenz an. Während die Spartafrauen Musterbeispiele für lupenreine Gehtechnik sind, haben ihre männlichen Vereinskollegen manchmal ihre Probleme mit den wachsamen Gehrichtern. So hatte zunächst das sichere Ankommen der Mannschaft oberste Priorität. Dadurch witterte Karl Degeners Dauerrivale Peter Schumm (Alemannia Aachen) seine große Chance. Er übernahm sofort die Führung in M 65 und baute sie auf den Zweitplatzierten Degener auf fast 100 Meter aus. Die Sache schien entschieden. Zum Entsetzen der Spartaner kam dann auch noch das vorzeitige Aus für Manfred Krenz, gerade als es im Kampf mit Augsburg um Platz 2 hinter dem PSV Berlin ging. Das war das Signal für den Titelverteidiger aus Langenhagen, zum späten Angriff zu blasen. Mit Riesenschritten holte er Meter um Meter auf. Peter Schumm konnte nicht mehr zulegen. Dessen hohes Anfangstempo hatte zu viel Kraft gekostet. Eingangs der 200 m langen Zielgeraden betrug der Vorsprung des Aacheners noch 15 Meter. Unter dem Jubel der Zuschauer kam Degener geradezu herangeflogen (soweit man dies bei Gehern sagen darf, müssen sie doch laut Regel jederzeit Bodenkontakt haben). Diesmal gab es noch einmal ein Happy End für Spartas Sportlegende. Auf der Ziellinie hatte Karl Degener die Nase um eine Sekunde vorn und seinen Deutschen Meistertitel zum x-ten Mal verteidigt. Völlig erschöpft aber glücklich nahm er die Glückwünsche von all seinen Weggefährten entgegen. Die Siegerzeit von 58:28 Minuten war diesmal zweitrangig. Für Bernd Hölters (PSV Berlin) blieb mit genau zwei Minuten Rückstand der Bronzeplatz und die Erkenntnis, dass auch seine Zeit noch nicht gekommen ist. Für Degeners Vereinskollegen Hans-Peter Damitz gab es diesmal keine Medaille, da die Mannschaft nicht geschlossen ins Ziel kam. In der traditionell sehr stark besetzten Altersklasse M 65 (siehe Karl Degener und Peter Schumm) wurde er Siebter in 68:54 Minuten.