Dialog ohne Fortschritt?

IG Lärmschutz Südbahn appelliert an Verwaltung und Rat

Langenhagen (gg). „Der Protest gegen Fluglärm“ wird aus Sicht der Bürgerinitiative IG Lärmschutz Südbahn ausgebremst. Während der Bürgerprotest in anderen Flughafen-Großstädten wie Frankfurt Erfolge erzielt, wie das aktuelle Urteil des Verwaltungsgerichts Leipzig zum Nachtflugverbot belegt, trete der Dialog in Langenhagen auf der Stelle. Zwar habe durch die bemühte Moderation von Bürgermeister Friedhelm Fischer eine verzweigte und vielschichtige Ansammlung von Gesprächskreisen und politischer Einbindung stattgefunden, diese verhindern nach Einschätzung von IG-Sprecher Holger Zenz Ergebnisse, weil die Stadt keine wahrnehmbare Stellung gegen den Fluglärm einnimmt. Als konstruktiv bezeichnet der Bürgermeister auf Anfrage des ECHO den bisherigen Verlauf des Dialogs, der für Transparenz und Informationsfluss zwischen den Beteiligten (Fluglärmbeauftragter, Lärmschutzkommission und Ratsmitglieder) insbesondere beim Zugang zu Fluglärm-Messdaten und Anzahl Flugbewegungen sorgt. Inhaltlich voran gehe es auch, da seitens der Flughafen-Geschäftsführung Bereitschaft signalisiert wurde, bei Bedarf in den entsprechenden Fachausschusssitzungen gegenüber der Politik Rede und Antwort zu stehen.
Einen Nachbarschaftsdialog schlägt aktuell die Grüne-Ratsfraktion vor, möchte damit Kompromisse zwischen den Interessen des Flughafens und der Anlieger ausloten, um zu einer Verringerung des Fluglärms zu kommen. Sowohl Umweltstandards als auch Vorteile für beteiligte Unternehmen im Flughafenbetrieb sollen realisiert werden, so die Erklärung vom Fraktionsvorsitzenden Dirk Musfeldt.
Für die bestehende Nachtflugregelung über Langenhagener Dächern sieht Wilhelm Zabel,
Sprecher der Arbeitsgruppe Fluglärm von Bündnis 90/Die Grünen in der Region Hannover, keinen Bestandsschutz. Seine aktuelle Äußerung dazu: „Die Betriebsbeschränkungen des Flughafens in der Nachtzeit sind ein Abwägungsergebnis und die Landesregierung hat versichert, dass sie auch innerhalb der 10-jährigen Gültigkeitsdauer Änderungen vornehmen würde, falls neue Erkenntnisse dies erfordern. Neue Erkenntnisse können die Kosten der Erkrankungen durch Nachtfluglärm sein, die letztlich die ganze Gesellschaft zu tragen hat oder der aktuelle Urteilsspruch zum Nachtflug in Frankfurt, da der Schutz der Bevölkerung dort besonders hervorgehoben wird.“
In Langenhagen gibt es jährlich mehr als 11.000 Nachtflüge, mit steigender Tendenz.