Diamantene Hochzeit bei Heide und Günter Bertus

Heide und Günter Bertus auf dem Balkon ihrer Langenhagener Wohnung. Foto: D. Lange
 
Heide und Günter Bertus auf dem Balkon ihrer Langenhagener Wohnung. Foto: D. Lange
Langenhagen (dl). Die Gesellschaft für die deutsche Sprache hat den Floristikeinzelhandel ja schon lange im Verdacht, an der Namensfindung der zahlreichen Hochzeitstage maßgeblich beteiligt gewesen zu sein. Wie auch immer. Fest steht, dass ein Ehepaar nach 60 gemeinsamen Ehejahren die Diamantene Hochzeit feiern darf, wovon die beiden Jubilare Heide und Günter Bertus auch gerne Gebrauch machen. Auch wenn man es ihnen nicht ansieht, gehören beide doch zur Vorkriegsgeneration. In den Jahren 1933 und 1938 geboren, verläuft ihre gemeinsame Geschichte kriegsbedingt, wie bei so vielen Anderen ihrer Generation, nicht immer besonders gradling. Bei den schweren Luftangriffen der Allierten 1943 auf Hannover wurden beider Elternhäuser ausgebombt, woraufhin sie vorübergehend im Bunker im Stadtteil Linden Unterschlupf fanden. Das Provisorium dauerte dann bis 1944, was kein Wunder war, denn mehr als die Hälfte aller Häuser in Hannover waren zum Ende des Krieges zerstört oder unbewohnbar. Wohnraum gab es nicht. Zwar spielten die beiden Kinder in dem Bunker miteinander und kannten sich demnach. Nach Kriegsende aber wurden sie aus Hannover ins Weserbergland evakuiert, wo sie sich zunächst aus den Augen verloren. Erst 1954 trafen sie sich bei einer Radsportveranstaltung wieder und blieben seitdem zusammen. Auf Wunsch des Vaters begann Günter Bertus 1947 mit 14 Jahren eine Lehre als Klempner, ein Beruf, der nicht unbedingt seine erste Wahl darstellte. Der Vater war Lokomotivführer, daher wollte der Sohn das eigentlich auch werden, aber es wurde nichts draus, da blieb nur die Klempnerlehre. Nach zehn Jahren hatte er allerdings genug vom Klempnerhandwerk und arbeitete fortan im Außendienst für einen Spielwarenhersteller aus Nürnberg. Seine spätere Frau Heide lernte Einzelhandelskauffrau in einem Handarbeitsfachgeschäft, welches sie später bis 1970 auch leitete. Nach der Hochzeit 1959 in der Erlöser-Kirche in Linden zog das Paar nach Altwarmbüchen und später nach Ahlem, bis sie sich 1998 in Illten bei Sehnde ein Haus kaufen konnten. 1970 kam die Tochter zur Welt, womit ein langgehegter Wunsch von Heide Bertus in Erfüllung ging. „Ich habe mir immer ein Mädchen gewünscht“, sagt sie. Mit der Geburt ihrer Tochter gab sie ihren Beruf auf, um sich ganz auf ihr gemeinsames Kind konzentrieren zu können. „Dafür habe ich gelebt“, wie sie heute sagt. Auch wenn die Tochter fortan das gemeinsame Familienleben bestimmte, gab es daneben dennoch auch so etwas wie ein gemeinsames Hobby. Bereits 1963 fand sich, nicht zuletzt auf Initiative von Günter Bertus, eine lockere Gruppe zusammen, die Spaß am Kegeln hatte. Gelegentlich trifft man sich auch heute noch, wenn auch nicht mehr zum Kegeln. Die allerdings, die bis heute dabei blieben, hat das Paar zur Diamantenen Hochzeitsfeier eingeladen. Günter Bertus` zweite große Leidenschaft war seine Modelleisenbahnanlage, von der heute allerdings nur noch wenige ausgewählte Stücke in einer Vitrine geblieben sind. „Der Dachboden damals in unserem Haus in Illten gehörte mir“. Aber alles hat seine Zeit. Seit 2014 wohnt das Paar zur Miete in einer Wohnung in Langenhagen. Nach vorne mit Blick auf das Rathaus und das CCL, nach hinten auf den Stadtpark.