Die „Alte Mitte“ entsteht

Martin Karsten (hinten rechts) erklärt den Teilnehmern, wie die Walsroder Straße neu gestaltete werden soll.
 
Noch ist hier eine Baustelle, doch voraussichtlich im September eröffnet an der Walsroder Straße der neue Edeka.

Rund 30 Teilnehmer nahmen am Baustellen-Rundgang beim Tag der Städtebauförderung teil

Langehagen (lo). Rund um den Pferdemarkt lag damals das Dorfzentrum von Langenhagen. Mittlerweile hat sich dieses verlagert und die Kernstadt Nord/Walsroder Straße ist im Städtebauförderungsprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ aufgenommen. Ziel der Sanierung, welche vom Bund, dem Land Niedersachsen und der Stadt Langenhagen gefördert wird, ist die Aufwertung des Quartiers und die Stärkung der Attraktivität. Aus diesem Grund hatten Interessierte anlässlich des Tags der Städtebauförderung die Möglichkeit, sich die Entwicklung der sogenannten „Alten Mitte“ anzuschauen.
Rund 30 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit und nahmen an dem Baustellen-Rundgang zwischen Walsroder Straße, Am Pferdemarkt und Bahnhofsstraße teil. Unter der Leitung von Martin Karsten vom Geschäftsstraßenmanagement Kernstadt Nord/Walsroder Straße ging es zu insgesamt sechs Stationen, an denen Karsten die geplanten Baumaßnahmen erläuterte.
Den Anfang machte dabei das Gebäude in der Walsroder Straße 129, welches bereits umfangreich saniert wurde. „Das Gebäude war damals das Amtsgerätehaus der Kirche und wurde 1973 umgebaut“, erläutert Eigentümer Hans-Erich Fischer. Damals entschied er sich für Waschbetonplatten und einem kleinen Balkon. „Die Brüstung ist jetzt weg und der Balkon als weiterer Raum in die Wohnung integriert. Zudem wurde die Fassade erneuert und ganz oben ein Penthouse gebaut“, so Fischer. Und weiter: „Jetzt würde es mich noch freuen, wenn wir einen Nachmieter für das Ladenlokal finden.“ Für diese Arbeiten erhalten Eigentümer auch eine finanzielle Förderung. Allerdings nur, wenn die Immobilie stadtbildprägend oder vom Leerstand bedroht ist. Beides ist bei Fischers Gebäude der Fall. Für das Geschäft in der Walsroder Straße 131 wurde hingegen bereits ein neuer Mieter gefunden: Dort entsteht ein neues Eiscafé.
Einen Neubau hingegen gibt es an der Walsroder Straße, Ecke Leibnizstraße. Dort entsteht auf dem ehemaligen Gelände eines Getränkemarktes im Erdgeschoss die Räumlichkeiten für eine Hautarztpraxis sowie für ein Kosmetikstudio. Im Obergeschoss hingegen entstehen sechs Wohnungen. „Es entsteht zurzeit viel neuer Wohnraum“, meint auch Karsten.
Doch nicht nur neue Wohnungen entstehen in der „Alten Mitte“. Denn auf dem ehemaligen Norta-Gelände sind die Bauarbeiten für einen neuen Edeka-Markt im vollen Gange. „Wir liegen gut im Zeitplan und es gab auch keine negativen Überraschungen“, erläutert Jürgen Cramer in Bezug auf mögliche Belastungen im Boden von alten Industriegeländen. Nach Angaben des Architekten Steffen Schöne wird der Markt 4500 Quadratmeter sowie der Parkplatz 8600 Quadratmeter groß werden. „Den Kunden stehen dann insgesamt 194 Parkplätze mit einer durchschnittlichen Breite von 2,75 Meter zur Verfügung“, so der Architekt. Zudem soll es auch ein Café geben.
Nur ein paar hundert Meter weiter in der Straße Am Pferdemarkt baut auch Aldi, welche an diesem Standort bereits seit 1982 eine Filiale hat. „Mit den Abbrucharbeiten sind wir hier jetzt fertig und beginnen in den nächsten Wochen mit dem Neubau“, erläutert Matthias Ziefle, Geschäftsführer der Dr. Ungruh-Gruppe, welcher das Gelände gehört. Angefangen mit nur 300 Quadratmetern hat sich die Filiale bereits auf etwa 980 Quadratmeter vergrößert und soll nun auf 1200 Quadratmeter erweitert werden. Doch nicht nur die Marktfläche vergrößert sich, sondern auch die Parkfläche. Die Eröffnung ist für Mitte Oktober diesen Jahres angedacht. „Ein genaues Datum steht allerdings noch nicht fest“, so Ziefle.
Doch das Sanierungsgebiet soll auch grüner werden. Auf dem gut zweistündigen Rundgang erzählte Karsten den Teilnehmern, wo unter anderem Bäume gepflanzt und Pflanzenbeete angelegt werden sollen. „Ende Mai beginnen wir im Nordbereich der Walsroder Straße und pflanzen dort insgesamt 13 Linden“, so Karsten. Gemeint ist damit der Abschnitt zwischen Bahnhofstraße und Reuterdamm. Zudem sollen Pflanzenbeete erneuert sowie neu angelegt werden und es entstehen Betonsitzelemente. Die Begrünung des Südbereichs, welcher sich zwischen Bahnhofsstraße und Elisabeth-Arkaden erstreckt, erfolgt dann im nächsten Jahr. „Hier wählen wir aber eine andere Baumart, da die Bäume hier näher an den Gebäuden stehen“, erläutert Karsten.
Grüner soll es aber auch in der Bahnhofsstraße werden. Dies erfolgt ebenfalls erst 2020. Doch damit noch nicht genug. Die Stellplätze in der Straße werden auch verschoben, sodass letztendlich sogar mehr Parkplätze entstehen werden. Die Begrünung des Bahnhofvorplatzes Am Pferdemarkt läuft hingegen schon. Alle Maßnahmen sollen bis zum Ende des Jahres fertig sein. „Ende 2020 wird ein völlig neuer Eindruck von der Bahnhofstraße und der Walsroder Straße entstehen“, ist sich Karsten sicher.