Die Arbeit der Beobachter

Für die Meinung der Schüler des Gymnasiums, (von rechts) Katharina Schäfer, Alina Nonnenmacher, Sarah Gieselmann-Schmitz, Anna-Lena Gründel und Nadine Krause, zu ihrem Vortrag interessieren sich die Verfassungsschutzmitarbeiter Verena Scherb und Rheinhard Leder.

Mitarbeiter des Verfassungsschutzes informieren am Gymnasiums

Langenhagen (gg). Es war eine aktuelle Situation, die der Anlass für Politiklehrer Werner Knabe war, das Thema Rechtsextremismus zu beleuchten. Vor etwa drei Wochen ist vor dem Schulzentrum die Zeitschrift „Bock“ in Umlauf gebracht worden. Junge Männer verteilten an eher junge Schüler das rechtsradikale und als verfassungswidrig sowie jugendgefährdend indizierte Blatt. Noch bevor die alarmierte Polizei eintraf, waren die jungen Männer, die es verteilten, schon verschwunden. Knabe hat für die Schüler des Gymnasiums einen Vortrag zum Thema Rechtsextremismus organisiert und dafür das Angebot des Verfassungsschutzes genutzt. Politiklehrerin Anke Müller unterstützt die Initiative und sieht sie zur Ergänzung zum Unterricht: „Der Rechtsextremismus ist im regulären Lehrplan Politik für diese Klassenstufen nicht vorgesehen.“
Rheinhard Leder, Verena Scherb und Thomas Gronau sind mit der Öffentlichkeitsarbeit im Niedersächsischen Ministerium des Inneren für den Verfassungsschutz betraut und erklärten den Schülern der neunten und zehnten Klassen als Referenten in einem sehr schlichten Vortrag, was Rechtsextremismus ist, wie sich solche Gruppen zeigen und wie sie handeln.
Detaillierte Fragen aus dem Saal zur Arbeit der V-Leute und zu dem möglichen Verhindern der Zwickauer Terrorzelle zeigten auf, wie gut die Schüler bereits informiert sind, wie ablehnend sie dem Rechtsextremismus entgegen stehen und wie kritisch sie die aktuellen Nachrichten sehen. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Verfassungsschutz da sorgfältiger hätte arbeiten müssen oder können. Hinterher ist es leicht, das einzufordern. Inzwischen ist eine Zentralkartei eingerichtet worden, die eine noch bessere Informationsauswertung bringen soll“, sagte Scherb zum Zwickauer Fall.
Eine geteilte Meinung zum Vortrag hatte eine Schülergruppe mit Katharina Schäfer, Alina Nonnenmacher, Sarah Gieselmann-Schmitz, Anna-Lena Gründel und Nadine Krause. Während die einen die neutrale Darstellung der Fakten als reine Information nutzte, empfanden die anderen die ununterbrochene Darstellung rechtsradikaler Ideologie, Symbole und Musik fast als Werbung. „Über zwei Stunden haben wir alle Botschaften und Parolen der Rechtsradikalen gesehen, gehört und erklärt bekommen. Die Information, dass all das verfassungswidrig ist, hätte im Vordergrund stehen müssen“, so der Gedankenaustausch unter den Schülerinnen nach dem Vortrag. Die wertvoll strukturierte Kritik kam gut bei Scherb, Leder und Gronau an: „Das ist ein wichtiger Hinweis, den wir in der weiteren Arbeit verwenden werden.“