Die Bewahrung der Schöpfung

Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit auf Kirchenkreisebene: die städtische Umweltbeauftragte Marlies Finke und Peter Kretschmer, früherer Kirchenvorsteher.Foto: O. Krebs

Elisabethgemeinde erzeugt zwei Drittel des Stroms selbst

Langenhagen. Zum Auftakt der diesjährigen Solarwochen Langenhagen 2015 berichtet der ehemalige Kirchenvorstand Peter Kretschmer von den Erfahrungen mit der Photovoltaikanlage, die im Dezember 2008 auf dem Gemeindehaus in Betrieb ging.
Die Initiative ging damals von der Kirchengemeinde selbst aus, die sich im Sinne der Bewahrung der Schöpfung für die möglichen und effizienten Maßnahmen zum Klimaschutz zunächst informierte. Unabhängigkeit von den Preisentwicklungen bei Erdgas und Öl waren das Ziel; die Kirchengemeinde hatte das Dach des Martinshauses mit einer sehr guten Dämmqualität saniert. Unterstützung gab es damals auch von der Landeskirche durch einen engagierten Umweltbeauftragten. Da die Stromerzeugung durch das EEG zu dem Zeitpunkt noch hoch gefördert wurde (47 Cent/kWh für 20 Jahre), wurde die Maßnahme befürwortet und in Angriff genommen. Die Erfahrungen mit der erstellenden Solarfirma zeigten sich als überaus positiv. In den sieben Betriebsjahren sind keine Störungen aufgetreten und durch eine regelmäßige Wartung und Kontrolle der Technik ist der störungsfreie Betrieb gewährleistet.
Die Elisabethgemeinde war mit dem Beschluss zum Bau der Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 14 kWp im Jahr 2008 der absolute Vorreiter im Kirchenkreis. Ökologisch ist die Gemeinde mit einem Blockheizkraftwerk seit 2000 und der Photovoltaikanlage gut aufgestellt. Die Stromerzeugung liefert mit etwa 15.000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr durch die Photovoltaikanlage und rund 30.000 kWh durch das Blockheizkraftwerk etwa zwei Drittel des eigenen Stromverbrauchs von Gemeindehaus, zwei Pfarrhäusern, der Kirche, einem Mieterwohnhaus sowie der Kindertagesstätte. Die Photovoltaikanlage vermeidet 12.000 Kilogramm Kohlendioxid pro Jahr. Der Gesamt-Stromverbrauch der Kirchengemeinde beträgt etwa 70.000 kWh. Das letzte Drittel des Stromverbrauchs wird durch den Bezug mit Naturstrom gedeckt.
Wer heute ins Gemeindehaus hineingeht, sieht im Eingangsbereich sofort die Visualisierung der Solaranlage – dort ist abzulesen, wieviel die Photovoltaikanlage in den gut sieben Jahren bereits produziert hat, die aktuelle Stromerzeugung und die Gesamtersparnis an CO2-Emissionen.
In den sieben Jahren wurden etwa 100.000 kwh erzeugt, das entspricht einer CO2-Einsparung von etwa 64.000 Kilogramm.
Der Klimaschutz mit Sonnenkraft hat sich im wahrsten Sinn des Wortes bezahlt gemacht – als Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung und zur Verringerung der CO2-Emissionen durch die eigene Stromerzeugung mit Erneuerbaren Energien.