Die Feuerwehr-WG

Unterhaltsame Schlüsselübergabe: Engelbostels Ortsbrandmeister Robert Heidrich, Stadtbaurat Carsten Hettwer, Bürgermeister Mirko Heuer und Schulenburgs Ortsbrandmeister Jens Koch. (Foto: D. Lange)
 
Showeinlage mit der Kindertanzgruppe des MTV Engelbostel. (Foto: D. Lange)

Viele Hundert Besucher feierten die Einweihung der neuen Feuerwache am Stadtweg

Engelbostel (dl). Mit einer unterhaltsamen Schlüsselübergabe an die Ortsbrandmeister aus Schulenburg und Engelbostel, Jens Koch und Robert Heidrich, wurde das neue, gemeinsame Feuerwehrgerätehaus in Engelbostel offiziell eröffnet. Es ist soweit, könnte man sagen. Oder: Endlich? Oder: Schon? Die Frage ist nicht ganz leicht zu beantworten. Wer die alten Feuerwachen in Engelbostel und Schulenburg kennt, wird das kollektive Aufatmen der Aktiven angesichts der neuen Platzverhältnisse auf jeden Fall verstehen. Für Engelbostels Ortsbrandmeister Robert Heidrich ist der Fall klar. „Wir warten im Grunde seit 16 Jahren auf den Neubau.“ Für den Bürgermeister von Langenhagen, Mirko Heuer reduziert sich die Wartezeit auf immerhin elf Jahre. „Nachdem die Entscheidungsfindung bei den beiden Ortswehren für eine Zusammenlegung abgeschlossen war, konnten wir als Stadt vor elf Jahren in die konkrete Planung einsteigen“, sagte Heuer und fügte hinzu:. „Das Haus ist mein erstes „geht, wenn...Projekt“, das ich auch von Anfang an begleitet habe“ Erst mal aber waren viele Gespräche mit dem Grundstückseigner notwendig, bis man sich auf beiden Seiten bestmöglich angenähert hatte, bevor man an einen Vertragsabschluss denken konnte. Für Stadtbaurat Carsten Hettwer stand letztlich nur noch die reine Bauzeit im Fokus, nachdem es gelungen war, mit der Fechtelkord & Eggersmann GmbH einen kompetenten Generalunternehmer für das Bauvorhaben zu finden. Ein Unternehmen mit Erfahrung im Bau von Feuerwehrgerätehäusern. „Mit 14 Monaten Bauzeit seit dem Spatenstich im April 2018 liegen wir ziemlich genau im Plan“, stellte Hettwer fest. Er habe allerdings noch einen etwas anderen Blick auf die lange Vorlaufzeit. „Das Thema Feuerwehrgerätehaus hat über Jahre hinweg vor allem die Jahreshauptversammlungen belebt. In der Verwaltung haben wir uns immer gefragt, wer von uns hingeht, um mit den ungeduldigen Feuerwehrleuten zu reden.“ Wie auch immer, das Ergebnis allen Wartens spricht für sich. Nicht zuletzt dank der konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Architekten und den Nutzern. So konnten sich beide Wehren mit ihren eigenen, zuvor abgestimmten Vorstellungen, Ansprüchen und Wünschen einbringen. Sie sind dabei auch selbstständig geblieben, eine Fusion stand für sie nicht zur Debatte. Die neue Doppelwache gilt gleichzeitig als Leuchtturmprojekt bei großflächigem Stromausfall hinsichtlich der Notstromverorgung für beide Ortsteile. Für die Bürger und ihre damit verbundenen Probleme stellt die Wache in diesem Fall einen zentralen Anlaufpunkt dar, um beispielsweise Handy, Laptop oder auch Fläschchenwärmer für die Babynahrung betreiben oder aufladen zu können. Das Notstromaggregat, das seinen Platz unter dem Car-Port finden wird, ist darüber hinaus auch für den mobilen Einsatz in Großschadensfällen ausgelegt. Alle Ausstattungsdetails wie die Fahrzeughallen, die Sozial- und Umkleideräume, selbstverständlich nach Geschlechtern getrennt, Büro, Aufenthalts- und Schulungsräume sowie separate Räume für die Kinder- und Jugendwehren sind in dem Neubau doppelt vorhanden. An den Stirnseiten des Gebäudes befindet sich jeweils eine große Dachterrasse. Der große Gemeinschaftsraum, an deren Enden mit je einer Küche ausgestattet, ist bei Bedarf in der Mitte teilbar. Bis zur endgültigen Inbetriebnahme des Neubaus und den Umzügen beider Wehren werden allerdings noch vier oder fünf Wochen vergehen.