Die Harke hat sie zusammengebracht

Haben sich in der Schweiz kennen gelernt: Hannelore und Johann Pichler. (Foto: O. Krebs)

Hannelore und Johann Pichler feiern am 16. September diamantene Hochzeit

Langenhagen (ok). Er ist dort aufgewachsen, wo andere Urlaub machen: Johann Pichler stammt aus Mariapfarr im Lungau im österreichischen Bundesland Salzburg. „Eine herrliche Gegend mit einer imposanten Gebirgskette als Panorama“, schwärmt Pichler. Seit vielen Jahren lebt er allerdings nicht mehr in seiner Heimat, sondern mit seiner Ehefrau Hannelore in Langenhagen. Die beiden feiern am 16. September das Fest der diamantenen Hochzeit. Doch wie hat der Österreicher seine Hannelore kennen gelernt, die aus Eimbeckhausen bei Bad Münder stammt, eigentlich kennen gelernt? Der Reihe nach: Den gelernten Huf- und Wagenschmied hatte es beruflich in die Schweiz verschlagen, nachdem sich Pläne für Deutschland zerschlagen hatten. Pichler erzählt: „Ich wollte nach Düsseldorf gehen, weil ich jemand kennen gelernt hatte, der so vom Karneval geschwärmt hatte.“ Dann wurde es aber doch die Schweiz, wo Johann Pichler nicht nur als Schweißer und Schlosser aktiv war, sondern auch Skilifte und Sessellifte gebaut hat. Eines Tages lief ihm dann das neue Au-Pair-Mädchen aus Deutschland über den Weg, dass ihn nach einer Harke fragte. Ein Begriff, den Pichler überhaupt nicht kannte, in der Alpenrepublik läuft dieses Gartengerät allgemein unter dem Begriff „Rechen“. Die heute 80-jährige Hannelore, die damals noch Hinz hieß, war auch eher zufällig in die Schweiz gekommen. Eigentlich wollte die gelernte Näherin als Au-Pair-Mädchen nach Schweden, aber die deutsche Mannschaft hatte bei der WM in Skandinavien so schlecht abgeschnitten, dass sie ihre Pläne kurzerhand geändert hatte. Fortan waren die zwei ein Paar und nach einem kurzen Aufenthalt bei Hannelores Eltern zu Hause, ging es 1960 für eine letzte Saison noch einmal in die Schweiz. Die Zusage hatte Johann ja noch gegeben. Vorher wurde am Freitag aber auf dem Standesamt noch flugs geheiratet, bevor es am Sonnabend losging. „Mit einem Auto, das ich erst am Mittwoch zuvor gekauft hatte“, erinnert sich. Und bei dem auch noch das Vorderrad auf der Fahrt den Geist aufgegeben hatte. Ein Schaden, den dann in der Werkstatt in der Schweiz seine Kollegen repariert haben. In Jahr darauf verschlug es das diamantene Paar dann endgültig nach Niedersachsen. Johann arbeitete erst in einer Waggonfabrik in Elze, ehe er für den Kundendienst von der Langenhagener Firma Lange abgeworben wurde. „Und da bin ich dann 33 Jahre bis zur Rente geblieben“, sagt der 84-Jährige. Seine Frau Hannelore hat sich um die beiden Kinder gekümmert und auch 15 Jahre lang als Raumpflegerin gearbeitet. Zur Familie gehören auch drei Enkelkinder und sogar schon ein Urenkelkind.
Die Pichlers denken gern an die Zeit zurück, als sie jedes Jahr vier Wochen lang nach Österreich zu den Verwandten ins Lungau gefahren sind, die Kinder mit ihren Cousins und Cousinen spielen konnten. Spaziergänge und Ausflüge waren sowieso die Leidenschaft des diamantenen Paares, das die kirchliche Hochzeit noch im ganz kleinen nach zwei Jahren nachgeholt hatte, Johann Pichler liest darüber hinaus auch gern. Seine Frau Hannelore hat sich nicht nur um die Erziehung gekümmert, sondern später auch noch um ihre Mutter. Für ihre hoffentlich noch lange gemeinsame Zukunft wünschen sich die beiden Gesundheit und auch, dass sich die Menschen vertragen.