"Die Kita-Standards müssen einfach steigen"

Haben gute Gespräche mit Wilhelm Zabel von den Grünen geführt: Gabriele Spier (links) und Sebastian Rehling. (Foto: O. Krebs)

CDU und Grüne/Unabhängige wollen Resolution auf den Weg bringen

Langenhagen (ok).Sie ist druckfrisch und soll erstmals in der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Donnerstag, 10, Juni,  ab 17.45 Uhr im Theatersaal diskutiert werden. CDU sowie Grüne/Unabhängige im Rat der Stadt Langenhagen machen sich in einer Resolution gegen die Novellierung des so genannten Kita G, des Niedersächsischen Kindertagesstätten-Gesetzes stark. Es eile, weil es am 1. August bereits in Kraft treten soll. Für Sebastian Rehling, Mitglied im Jugendhilfeausschuss und selbst Vater von zwei kleinen Kindern, ein Unding: "Das Kita-Gesetz ist seit fast 30 Jahren unverändert und wird den gewachsenen Kita-Strukturen und der deutlich gestiegenen Anforderung in der Erziehungsarbeit nicht mehr gerecht. Frühförderung, Elternbegleitung, Diversität, Inklusion, fachliche Dokumentation sowie Ausarbeitung von Lern- und Bildungsangeboten gehörten zum Arbeitsalltag der Erzieherinnen und Erzieher, ebenso wie Vor- und Nachbereitung. Verpflichtende Standards müssten her, um die Qualität zu steigern und auch zu sichern", sagten Gabriele Spier und  Sebastian Rehling im Gespräch mit dem ECHO: "Der jetzige Entwurf des KitaG setzt nur auf Quantität. Eine dritte Fachkraft gehöre beispielsweise zum Mindeststandard, darüber hinaus Anforderungen an Räume, Betreuungs- und Verfügungszeiten. Für einen inklusiven Betreuungsanspruch müsse es einen Rechtsanspruch geben. Rehling weiter: "Die Einführung von Kern- und Randzeiten als Ersatz für Öffnungs- und Betreuungzeiten stellt ebenfalls massive Qualitätsminderung dar.Vier Stunden sind in Sachen Pädagogik einfach zu wenig." Sebastian Rehling macht sich für eine landes- und bundesweite Initiative für Erzieher stark - besonders Männer seien in dem Beruf Mangelware. Quereinsteiger könnten auch für nichtpädagogische Aufgaben in Kita und Krippe eingesetzt werden. Der Personalschlüssel stimme hinten und vorn nicht mehr, vor allen Dingen bei Inklusionsgruppen. Da sei sich die CDU mit den Grünen einig, mit denen es im Übrigen sehr gute Gespräche gegeben habe. Sehr kritisch sehen Gabriele Spier und Sebastian Rehling auch, dass die Regelung gestrichen werden soll, in zumutbarer Nähe bedarfsorientiert die  Betreuung von mindestens sechs Stunden an fünf Tagen in der Woche anzubieten.
Ein ganz wesentlicher Punkt sei aber, den Beruf attraktiver zu machen, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Dazu gehören unter anderem auch, dass es bereits in der Ausbildung eine Vergütung geben müsse. Verpflichtende Fortbildungen zählten ebenso zu den Qualitätsstandards. Fazit: Deutlich schlechtere Rahmenbedingungen bei gestiegenen Anforderungen seien in den Kindertagesstätten einfach inakzeptabel.