Die Krähen sind am Ziel

Nach dem entscheidenden 2:0 kannte der Jubel des KK-Anhangs in Lehrte keine Grenzen mehr.Foto: R. Thode

Nach 2:0-Sieg in Lehrte feiert der TSV KK die Rückkehr in die Landesliga

Krähenwinkel/Kaltenweide. Riesenjubel  beim TSV Krähenwinkel/Kaltenweide. Die Mannschaft hat ihr großes Ziel erreicht und ist Meister der Fußball-Bezirksliga geworden. Damit verbunden ist der nach 1985 und 2005 dritte Aufstieg in die höchste Spielklasse des Fußball-Bezirks. Den letzten Schritt ist das Team im Gipfeltreffen beim FC Lehrte gegangen. Es war das Duell des Ersten gegen den Zweiten, auf das in beiden Lagern seit Wochen hingefiebert worden war. So ist sicher auch erklärbar, warum sich sowohl der TSV KK als auch der FCL bei ihren jeweiligen Siegen gegen unten stehende Mannschaften  recht schwer getan haben. Der Fokus, der auf der Begegnung der Top-Mannschaften lag, war riesig. Niemand wollte sich dieses Ereignis entgehen lassen, das durch die  Terminierung an einem Freitagabend direkt vor dem langen Pfingstwochenende für einen zusätzlichen Reiz sorgte. Fast wirkte es so, als seien
ganz Krähenwinkel und Kaltenweide auf den Beinen. An nahezu jeder Ecke des FC-Stadions waren TSVKK-Fans auszumachen. Deren Schmelztiegel fanden sie im Bereich neben der Haupttribüne. Hier wurde sowohl optisch mit rot-blauen Luftballons und einer großen Blockfahne als auch akustisch mittels kontinuierlicher Anfeuerung ein großartiger Support geboten. Derweil bereiteten KK-Trainer Bastian Schülke die Besetzung der Sturmposition die meisten Sorgen. Torjäger Marc Ulrich war nicht vollends fit, Lauri Schwitalla fehlte auf Grund einer
Sperre und Gian-Luca Bossio ebenfalls nicht vor Ort – die Krähen konnten keinen etatmäßigen Stürmer in der Startelf aufstellen. So wechselten sich zunächst die Akteure ab, die an vorderster Stelle für Wirbel sorgen sollten.  Mal war Philipp Schütz in der Sturmspitze zu sehen, dann Tim
Linnemann, ehe dieser wiederum mit Philipp Schmidt die Rollen tauschte. Der Begriff der falschen Neun machte die Runde. Für den FC Lehrte machte es diese Situation nicht einfacher, denn die Krähen waren somit umso unberechenbarer. Die erste Chance hatte KK in der 14. Minute. Eine Flanke von Philipp Schmidt verfehlte Linnemann knapp, danach probierte es Wladislaw Schmidt
von rechts. Lehrtes Torhüter Lars Triebe konnte parieren. Für den FCL tauchte Ayhan Bas sieben Minuten später im Krähenwinkeler Strafraum auf, wo Helge Heider die Situation bereinigen konnte. Michael Duraj schoss kurz darauf über das Tor. Mit der 28.Minute kam die bis dahin größte Gelegenheit. Philipp Schmidt zeigte seine ganze Klasse, setzte sich gegen mehrere Lehrter durch,
ehe sein Schuss am rechten Torpfosten landete. Wenig später scheiterte Philipp Schmidt bei einer weiteren Möglichkeit erneut knapp. Vor der Pause hatte Patrick Heldt, mit 35 Saisontoren der Top-Torjäger der Liga, eine aussichtsreiche Freistoßmöglichkeit von rechts außen. Da eine
Abseitsstellung folgte, gingen die Mannschaften mit einem 0:0 in die Kabinen.
Dem TSV KK und seinem Anhang war bewusst, dass dieses Ergebnis zur Meisterschaft genügen sollte. Ein Punkt fehlte dem Team noch. Doch in Lehrte auf Unentschieden zu spielen, solche Gedankenspiele dürften in den Überlegungen des Trainergespanns sicherlich nicht vorgekommen
sein. Schließlich stellt der FCL mit 88 Toren den besten Angriff der Liga. Dass die Nummer 89 kurz nach Wiederbeginn nicht dazukam, lag an KK-Keeper Jan-Hendrik Helms, der einen schönen Freistoß von Ayhan Bas mit einer gekonnten Flugeinlage zu verhindern wusste. Von da an schien Lehrte sein Pulver allerdings verschossen zu haben. Angetrieben von der stimmgewaltigen Kulisse spielte in der zweiten Halbzeit nur noch der TSV KK. Und dann kam die 58.Minute. Über Philipp
Schmidt und Philipp Schütz kam der Ball zu Tim Linnemann, und der Mittelfeldspieler traf zum umjubelten wie verdienten Führungstreffer. Das Tor zur Landesliga hatte sich wieder ein Stück weiter geöffnet. Erst Recht, nachdem die Rot-Blauen in der 74. Minute nachlegen konnten. Eine Zusammenarbeit zweier Joker brachte das 0:2. Timo Schmidt leistete die Vorarbeit, Marc
Ulrich brauchte nur wenige Minuten, um seinen Torinstinkt einmal mehr unter Beweis zu stellen. Die Krähen hatten alles im Griff, ließen nichts mehr anbrennen. Und als dann der Schlusspfiff des guten Schiedsrichters ertönte, gab es kein Halten mehr. Gemeinsam mit den
Fans feierte das Team seinen großen Erfolg. Zeitweilig betrachtete Trainer Bastian Schülke  das joviale Treiben genussvoll. Es war die Stunde seines großen Triumphes. Letztendlich ist mit dem TSV Krähenwinkel/Kaltenweide die Mannschaft aufgestiegen, die über die ganze Saison, übrigens ohne Auswärtsniederlage, am konstantesten war. Es zeigte sich zudem, dass der TSV KK auf schwere Verletzungssorgen, die auch die Konkurrenten aus Lehrte und Mühlenberg hatten, am besten reagieren konnte. Bevor diese Erfolgssaison zu Ende geht, steht noch ein Spiel auf dem Programm. Die Krähen treffen am nächsten Wochenende zu Hause auf den SV Damla Genc Hannover. Angesetzt ist das Spiel für Sonntag, 31.Mai um 15 Uhr. Es gibt jedoch Überlegungen, die Partie auf Sonnabend, 30.Maii, vorzuziehen. Als Dankeschön für den treuen Anhang ist der Eintritt zu diesem Spiel frei.
 
Mannschaft: J. Helms, Bart, Heider, Oliveira, Tegtmeyer, A. Ulrich, Costa (ab 61. M. Ulrich), W. Schmidt (ab 70. S.Helms), Schütz (ab 59.T.Schmidt), P. Schmidt, Linnemann   Trainer: Schülke
Tore: 58.0:1 Tim Linnemann, 74.0:2 Marc Ulrich