„Die Lage ist ernst und dramatisch"

SPD fordert gemeinsame Hilfe für Schutzsuchende aus Afghanistan

Langenhagen. Die Lage in Afghanistan ist ernst und dramatisch. Laut Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) eine menschliche Tragödie. Die noch vor Ort befindlichen deutschen Staatsangehörigen, das Botschaftspersonal und die afghanischen Ortskräfte sowie deren Familien sind nach Ansicht der Bürgermeisterkandidatin Afra Gamoori (SPD) und der SPD Langenhagen so schnell wie möglich zurück nach Deutschland zu holen. Zusätzlich sollte weiteren Afghan:innen die Ausreise ermöglicht werden, insbesondere Menschen, die für deutsche Entwicklungseinrichtungen, NGOs, Medien oder Stiftungen arbeiten, Menschenrechtsaktivist:innen, Journalist:innen und Kulturschaffenden. Sie alle sind besonders gefährdet.
Aber auch viele andere Afghan:innen flüchten vor den Taliban. Besonders Frauen und Familien mit Kindern suchen zunächst in den Nachbarländern Schutz. Jetzt muss es darum gehen, einer humanitären Notlage frühzeitig zu begegnen. Deutschland, Europa und die internationale Staatengemeinschaft müssen in einem ersten Schritt die Anrainerstaaten bei der Aufnahme und Versorgung afghanischer Flüchtlinge zügig unterstützen.
Bürgermeisterkandidatin Afra Gamoori betont: „Die Machtübernahme der Taliban nach dem über zwanzigjährigen Einsatz internationaler Streitkräfte ist ein entsetzliches Desaster. Wenn jetzt nicht geholfen wird, nehmen wir massive Menschenrechtsverletzungen gegenüber unschuldigen Zivilist:innen in Kauf. Deshalb müssen wir entschlossen handeln. Als einzelne Kommune können wir nur einen kleinen Beitrag leisten. Doch als Teil eines breiten Bündnisses von Städten und Gemeinden in Deutschland und Europa könnten wir durch die Aufnahme Schutzbedürftiger schnell zur Sicherheit der Menschen beitragen, die in ihrer Heimat um Leib und Leben fürchten müssen.“
Tim Wook, Vorsitzender der SPD Langenhagen, ergänzt: „Der Rat der Stadt hat den Status unserer Stadt als sicherer Hafen beschlossen. Es ist unsere soziale und selbst auferlegte Pflicht, im Rahmen unserer Möglichkeiten zu helfen. Gerade vor dem Hintergrund der politischen Versäumnisse des Westens in den vergangenen Wochen und Monaten, ist es jetzt das Mindeste, den Schutzsuchenden einen sicheren Zufluchtsort in überregionaler Zusammenarbeit zu bieten.“
Marc Köhler Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtrat betont: „Besonders Frauen und Kinder trifft die Übernahme durch die Taliban hart. Diese müssen nun besonders geschützt werden. Nicht allein die Ortskräfte müssen schnell und unbürokratisch aufgenommen werden, sondern auch die Familien.„
Bürgermeisterkandidatin Afra Gamoori und die SPD Langenhagen plädieren dafür, dass Bund, Länder und Kommunen im Rahmen eines international abgestimmten Konzeptes schnelle Hilfe auch durch die Aufnahme Geflüchteter leisten. Die Stadt Langenhagen muss zeitnah ihre Bereitschaft signalisieren, ihren Teil der humanitären Verantwortung zu tragen.