„Die Leute lächeln hier immer“

Nicola Duensing hat die Entscheidungen für die Wochen in Sambia nicht bereut.

Sambia hat Volunteer Nicola Duensing in seinen Bann gezogen

Langenhagen (ok). Südafrika und Mosambik mit ihren wunderschönen Küsten – Ziele, die in Afrika oft angesteuert werden. Aber wer kennt schon Sambia im Binnenland des „schwarzen Kontinents“? Auch für die Langenhagener Abiturientin Nicola Duensing (19) war der 13-Millionen-Staat vorher kein Begriff, bis sich für sie die Frage stellte, was sie nach der Reifeprüfung machen sollte. Nicola Duensing stieß relativ schnell auf die Freiwilligenorganisation „TravelWorks“, mit der ihr Bruder schon Australien kennen gelernt hatte. Gelandet ist Nicola Duensing als Volunteer schließlich nahe der Grenze zu Simbabwe, in Livingstone an den Victoriafällen. Acht Wochen lang engagierte sich die junge Frau in einem so genannten „Teaching Project“, hatte 25 Fünftklässlerinnen und -klässler unter ihre Fittiche genommen und sie in Englisch unterrichtet. Nicola Duensing, die schon am Langenhagener Gymnasium das sprachliche Profil belegt hatte, sagt: „Englisch ist auch in Sambia, wo ganz viele Sprachen aufeinandertreffen, der Schlüssel zur Bildung. Ohne die Sprache kommt man hier kaum weiter.“ Gerade für Mädchen, die mit der Chance auf einen ordentlichen Beruf, so noch eine Weile vom frühen „Erwachsensein“ ferngehalten würden. Ein großes Problem in Sambia seien die so genannten „Community Schools“ mit schlecht ausgebildeten und schlecht bezahlten Lehrern. Assistenten wie ihre Mitstreiter und sie stellten eine wertvolle und wichtige Ergänzung dar. Und auch wenn es nur zwei Monate waren, das zentralafrikanische Land hat Nicola Duensing in seinen Bann gezogen, die Menschen, die oft in bitterer Armut aufwachsen, es ihr angetan. So erfreuten sich die Kinder im Gegensatz zu ihrer Heimat oft auch an Kleinigkeiten, die Familie gehe über alles. Und: „Die Leute lächeln immer, denken unheimlich positiv, das möchte ich gern beibehalten und in den Alltag übernehmen“, so Nicola Duensing. Wichtig sei es gewesen, dass sie frei von Vorurteilen nach Afrika gereist war und so in die fremde Welt eintauchen konnte. Mit den anderen Volontären konnte Nicola Duensing ihre Erfahrungen austauschen, hat Kontakte in der ganzen Welt geknüpft. In Sambia stünden die Freiwilligen voll und ganz hinter den Projekten, Halbherzigkeit sei nicht angesagt. Nach weiteren Aufenthalten auf einer Löwenfarm in Südafrika und einem Trip als Rucksacktouristin ist Nicola Duensing erst kurz vor Weihnachten wieder in Langenhagen gelandet, nach eigener Aussage aber immer noch nicht richtig angekommen. „Die Mentalität der Menschen dort, die mir doch fehlt, macht den Alltag einfach bunter“, sagt die Abiturientin. Sie weiß es jetzt zu schätzen, im Wohlstand und in einer intakten Familie zu leben und kann jedem nur empfehlen, die gleichen Erfahrungen zu machen, auch wenn es nicht immer einfach sei, das Elend zu ertragen. Nicola Duensing hat es nicht bereut, diese bleibenden Eindrücke für ihr weiteres Leben gesammelt zu haben. Bevor die junge Frau im Herbst ein Studium der Touristik starten will, zieht es Nicola Duensing im Sommer noch einmal nach Afrika. Vorher will sie aber das notwendige Kleingeld für die Tour zusammenbekommen. Wer auch Interesse hat, ein ähnliches Projekt wie Nicola Duensing – zur Auswahl stehen noch Medizin und Sport – in Angriff zu nehmen, kann sich mit der 19-Jährigen gern unter der Telefonnummer (0511) 7 24 15 92 in Verbindung setzen. Sie gibt auch gern Infos, was eine Spende für "ihre" Schule in Sambia angeht.