Die Martinskirche für zu Hause

Stephan Mörke aus Engelbostel hat eine Bastelversion seiner Martinskirche gestaltet.

Engelbosteler Kirche als Bastelbogen

Engelbostel/Schulenburg. „Wenn wir Engelbosteler und Schulenburger schon nicht mehr in unsere Kirche gehen dürfen, dann gibt es sie jetzt wenigstens als Bastelbogen für zu Hause“, sagt Stephan Mörke. Der Kirchenvorsteher hatte im vergangenen Jahr die Nordseeinsel Föhr besucht und dabei auch den Friesendom besichtigt und erzählt: „Im Eingangsbereich gab es einen kleinen Bastelbogen zu kaufen und ich dachte: Wenn es so etwas in Nieblum gibt, dann brauchen wir das natürlich auch in Engelbostel!“
Mörke machte sich im Internet auf die Suche und kam dort mit Godwin Petermann in Kontakt. Der pensionierten Lehrer hat schon mehreren Kirchengemeinden geholfen, ihre Kirche im Format 1:160 auf Papier zu zeichnen. „Wir haben im Winter eine Menge an Emails mit Fotos und Skizzen hin und her geschrieben, bis die Zeichnungen so genau wie möglich und die Bastelanleitungen perfekt waren“, erläutert der Ehrenamtliche und hat dabei sowohl kleine als auch große Bastelfreunde im Blick: „Weil die Dachkonstruktion sehr kompliziert ist, haben wir eine einfache und eine schwierige Version gestaltet.“
Thomas Müller war einer der ersten, die sich ihre Kirche für zu Hause gebastelt haben. „Einen langen Nachmittag habe ich schon gebraucht“, erläutert der Engelbosteler und räumt Cuttermesser und Schneidebrett weg. Aber erzwungenermaßen hätten ja jetzt alle viel Zeit zum Basteln.
Pastor Rainer Müller-Jödicke hat sich mit einem kleinen historischen Informationstext an dem Projekt beteiligt und erklärt: „Eigentlich wollten wir Ende März den Bastelbogen in einem alternativen Abendgottesdienst vorstellen und hatten sogar Herrn Petermann zu uns eingeladen, doch durch die Corona-Krise ist nun alles anders.“ Aufgrund des Verbotes durch die Bunderegierung könnten zurzeit keine Gottesdienste mehr stattfinden; wegen der deutlichen Empfehlungen der Landeskirche könne die Martinskirche nicht einmal mehr zur Gottesdienstzeit für stille Gebete geöffnet werden. „Immerhin können Menschen sich nun ihre Kirche auf diese Weise nach Hause holen“, meint der Theologe.
Der Bastelbogen ist ein zwanzigseitiges Heft im DIN-A-4-Format aus festem Karton. „Wir haben erstmal fünfhundert Stück drucken lassen, die wir gern abgeben“, erläutert Mörke, der sich über Spender freut, die sich an den Druckkosten beteiligen wollen. Das Heft kann im Kirchenbüro abgeholt oder per Post zugesandt werden. Das Kirchenbüro in der Kirchstraße 58 ist unter der Telefonnummer 741174 oder per Email an kirchenbuero@martinskirchengemeinde.de erreichbar und dienstags bzw. freitags von 10 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 17 bis 19 Uhr geöffnet.