Die "Müllis" wollen sensibilisieren

Ein kreatives Müll-Modell.

Upcycling bei Projekttage auf dem Campus des Gymnasiums

Langenhagen. „Ich habe Upcycling bekommen“, maulte Fünftklässler Max des Gymnasiums Langenhagen. Und? Am zweiten Tag der Projekttage zum Campus der Kulturen am Gymnasium klang das schon anders: „ Das haben wir gemacht!“, sagte er und zeigte auf den von ihm gebauten Regelwürfel aus alter Pappe.
22 Schüler und Schülerinnen von der fünften bis zur elften Klasse waren im Rahmen der Projekttage des Gymnasiums am Projekt Upcycling beteiligt. Dahinter steckt eine Kooperation des Gymnasiums Langenhagen und der Stadt Langenhagen, für die ein Projektantrag bei Engagement Global in Bonn gestellt und bewilligt wurde: Die Umsetzung der Ziele der Agenda 2030 stehen im Fokus. Bürgermeister Mirko Heuer erläutert: „Wir sind eine der ersten hundert Kommunen, die die Agenda 2030 in einer Resolution als Richtlinie für ihr Handeln festgelegt haben, und darüber bin ich froh.“
Das Gymnasium nahm dies – wie andere Schulen auch – zum Anlass für diverse Aktionen. Eine davon ist die Beschäftigung mit dem Problem „Müll“. „Wir müssen unbedingt die Mülltrennung vorantreiben!“, mahnte Schulleiter Matthias Brauchtlecht vor den Elternvertretern. Dieser Maxime kam die Schule mit Rückendeckung der Stadtverwaltung nach. Die Schüler und Schülerinnen wurden am ersten Tag in drei Gruppen geteilt: Die „Müllis“, die „Möbelkonstrukteure“, die „Spielgerätehersteller“ sowie das „Medienduo“. Alle Gruppen hatten ordentlich zu tun.
Die „Müllis“ sammelten auf dem Gelände der Schule und des Stadtparks Müll und gestalteten daraus Skulpturen (Müllis). Dabei erfuhr diese Gruppe viel über Müll. „ Dass da so viel Müll liegt, den ich aus dem Kiosk kenne, hätte ich nicht gedacht. Aber unsere Mülleimer sind auch echt klein...“, meinte Noah aus der fünften Klasse. Ziel der Aktion „Müllis“ ist es, dem Müll ein Gesicht zu geben und so die Gesellschaft für die Thematik zu sensibilisieren und ein Bewusstsein für den Umgang mit Konsumgütern zu schaffen. „Wir haben unsere Partnerorganisation in Uganda im Vorfeld gebeten, auch Müllis zu gestalten – und ich bin erstaunt, dass dort im Grunde der gleiche Müll anfällt wie bei uns“, erläutert Projektinitiator und Lehrer Denis Stehr, „es ist eben ein globales Problem.“
Die andere Gruppe, die „Upcycler“, kreierte aus unterschiedlichen Materialien Bälle. „Wir haben erfahren, dass es in unseren Partnerschulen in Uganda, keine Bälle gibt. Wir spielen hier ja immer damit und nun haben wir eine Möglichkeit gefunden, wie man aus Müll richtig gute Bälle machen kann.“ Zum Beweis wirft Max mit voller Wucht den Ball gegen die Wand – und dieser kommt schnell und unversehrt zurück. Dabei ist er aus Streifen von Tetrapacks gefertigt. Außerdem lernte die Gruppe, eine spezielle Technik, um aus alten Pappkartons etwas Neues zu machen. So entstanden die ersten Basisobjekte, die später zu einem Tisch oder Hocker weiter gestaltet werden können.
„Wir haben noch mehr Ideen!“, strahlen sich Regine von der Haar, Annika Stegmaier, Denis Stehr und Gert Schmidt an – eine gute Mischung aus Engagierten der Verwaltung, der Schule und der Upcycling Börse Hannover, die so nur mit Hilfe der Förderung von Engagement Global möglich wurde. „Genau!“, sagt der Elftklässler Albin in dem Augenblick strahlend, „Wir machen weiter!“