Die Patentrezepte fehlen

Der Schulhof der Kaltenweider Grundschule soll spätestens am 28. Oktober in neuem Glanz erstrahlen.Foto. O. Krebs

Termin bleibt: Bauarbeiten an der Schule noch bis Ende Oktober

Kaltenweide (ok). Der Schein trügt oft – eine Erfahrung, die nicht nur auf das erste Treffen mit Mitmenschen, sondern nach Ansicht der Stadtverwaltung auch auf Bauprojekte zutrifft. So zum Beispiel bei der Gestaltung des Schulhofes der Kaltenweider Schule. Mokierten sich doch einige Lehrkräfte darüber, dass wenig passiere, oft nur zwei Arbeiter „Sand hin und her schippten“. René Kleuß vom zuständigen Fachamt konterte, dass das ja fast an Beleidigung grenze und hinter den Kulissen ganz viel geschehe, was wir als „visuell Geprägte“ so auf den ersten Blick nicht sehen könnten. Gleichwohl räumt die Stadtverwaltung auch Fehler bei der Planung des sensiblen Bauprojekts ein, dass sich noch bis Ende Oktober hinzieht. Ein sichtlich angefressener Stadtbaurat Carsten Hettwer, der von dem Thema anscheinend nicht mehr viel hören will, musste bei einer außerordentlichen Sitzung des Schulelternrates jede Menge Kritik einstecken, vor allen Dingen ging den meisten Beteiligten gegen den Strich, dass der Betrieb nach dem Abriss der alten Sporthalle in den Sommerferien vier Wochen geruht hat. Eine Tatsache, die vorher mit der zuständigen Fachfirma aus Engelbostel abgesprochen gewesen sei, sie habe lediglich den 28. Oktober als Fertigstellungstermin mit den Weg bekommen. „Die Firma hat das günstigste Angebot abgegeben“. Nur: „Das günstigste Angebot muss nicht immer das wirtschaftlichste sein“, entgegnete Elternvertreter Thomas Jauksch und zerriss die Verwaltung wegen ihrer „mangelnden Kommunikationsfähigkeit“ während der Sitzung in der Luft. Eins kann der Verwaltung allerdings nicht abgesprochen werden: Das, was sie im Vorfeld vieleicht versäumt hat, versucht sie jetzt besser zu machen. Gerade Karin Saremba, Leiterin des Fachbereiches Ordnungswesen, bemühte sich ein ums andere Mal die Wogen zu glätten und nach pragmatischen Lösungen zu suchen, ist auch auf Hinweise aus den Eltern- und Lehrerschaft dankbar. Nur: Wegzaubern kann sie die Baustelle und die daraus resultierenden Probleme auch nicht; deutlich wurde, dass die Schule noch zwei Monate lang mit den Einschränkungen leben muss. Denn: Maximal zwei Wochen vorher würden die Bauarbeiten abgeschlossen sein, und dann beginnen ohnehin die Ferien. Die Spielgeräte werden Anfang Oktober kommen.
Wünschen nach einer Aufhebung der Einbahnstraßenregelung am Osterberg erteilte Karin Saremba allerdings eine klare Absage; es habe sich bewährt, dass die Eltern nur kurz anhielten, um ihre Kinder rauszulassen. Was die Kindergartenkinder angehe, die ja nicht so einfach allein gehen könnten: Da habe sie noch kein Patentrezept gefunden. Gleichwohl habe es sich vor der Schule nach einem „holprigen Beginn“ alles eingespielt und auch Schulleiterin Eva-Maria Kreikmann betonte: „Wir kommen damit zurecht, wenn auch zähneknirschend.“ Nach Auskunft Hettwers sei es sehr schwierig, drei Fachfirmen gleichzeitig zu kombinieren, der Spielgerätehersteller – einziger seiner Art in Deutschland, der mit Holz arbeite – habe unglaublich lange Lieferfristen und nicht zuletzt hätten die politischen Gremien erst spät das Go gegeben, nachdem lange über Teilabriss oder kompletten Abriss der alten Sporthalle diskutiert worden sei. Hettwer sagte zu, dass im Sinne der Kinder erst nach 13 Uhr lärmintensiv gearbeitet werde, eine Beschleunigung der Baumaßnahme sei wegen Personalmangels bei der zuständigen Gartenbaufirma aber nicht möglich. Und der Stadtbaurat gab frank und frei zu: „Man lernt nie aus.“ Andrea Plecksnies, Leiterin der Kita Kaltenweide, appellierte an alle Beteiligten, sich in dieser „besonderen Situation nicht gegenseitig zu zerfleischen“.
Die Schulelternratsvorsitzende Maren Brüsemeister ist mit dem Verlauf der Sitzung allerdings nicht so glücklich, ihr Anliegen sei es gewesen, über die Sicherheit in den Pausen zu sprechen, nicht so sehr über die Parksituation. Offensichtlich sehe die Schulleitung aber keine Probleme – "die Lehrer sind professionell und haben alles im Griff", so die Worte von Rektorin Eva-Maria Kreikmann. Maren Brüsemeister: "Ich habe im Vorfeld allerdings ganz andere Signale bekommen."