Die Ratsvorsitzende als "Lottofee"

Ausschüsse: Stimmrecht musste zwischen drei Gruppierungen gelost werden

Langenhagen (ok). Eine verantwortungsvolle Aufgabe als "Lottofee" hatte die frischgebackene Ratsvorsitzende Gudrun Mennecke gleich an ihrem ersten Arbeitstag. Der Grund: BBL, ULG und die Gruppe Scheer/Vorwerk-Gerth sind mit jeweils zwei Vertretern nach dem Verfahren Hare-Niemeyer gleichberechtigt, was den Zugriff auf die stimmberechtigten Sitze in den Ausschüssen angeht. Da diese auf elf oder neun begrenzt ist, musste das Los zwischen diesen drei Gruppierungen entscheiden, für die Unterlegenen blieb das Grundmandat ohne Stimmrecht. Jens Mommsen (BBL) hatte die beiden Zweier-Gruppen aufgefordert, auf ihr Stimmrecht zu verzichten, weil der Wähler diese Konstellationen nicht gewollt habe. Der Aufruf verhallte allerdings ungehört, Gudrun Mennecke musste die gelben Kugeln ziehen, die Stadtjustiziar Bernd Niebuhr vorher gut durchgemischt hatte.
Eins bleibt nach den Entscheidungen nach dem Zufallsprinzip festzuhalten: Das Bündnis unabhängiger Bürger Langenhagens (BBL) mit Werner Knabe und Jens Mommsen war nicht gerade vom Pech verfolgt, sicherte sich in zahlreichen wichtigen Ausschüssen das Stimmrecht. Im Einzelnen: im Verwaltungsausschuss, im Finanz-, Wirtschafts- und Personalausschuss, im Verkehrs- und Feuerschutzausschuss, im Bildungs- und Kulturausschuss, im im Petitionsausschuss und im Beirat der VHS. Lediglich im Stadtplanungs- und Umweltausschuss, im Sport-, Sozial- und Inklusionsausschuss und beim Eigenbetrieb Stadtentwässerung reichte es nur zum Grundmandat. Auch die Unabhängig/Liberale Gruppe (ULG) mit Bernd Speich und Wilhelm Behrens kann durchaus zufrieden sein, muss nur im Verwaltungsausschuss, im Bildungs- und Kulturausschuss und im Petitionsausschuss auf ihr Stimmrecht verzichten. Die Gruppe um Mike Scheer und Sonja Vorwerk-Gerth stimmt im Stadtplanungs- und Umweltausschuss, im Bildungs- und Kulturausschuss, im Sozial-, Sport- und Inklusionsausschuss, im Petitionsausschuss und beim Eigenbetrieb Stadtentwässerung mit. Im Jugendhilfeausschuss haben die drei Zweier-Bündnisse jeweils ein Grundmandat.
Zu den Vorsitzen: Finanzausschuss: Vorsitzende Irina Brunotte (SPD) , Stellvertreter Lutz Döpke (CDU); Stadtplanungsausschuss: Bernhard Döhner (CDU) und Wolfgang Langrehr (SPD); Verkehrsausschuss: Gudrun Mennecke (SPD) und Bernhard Döhner; Bildungsausschuss: Anja Sander (SPD) und Ulrike Jagau (Grüne); Sport- und Sozialausschuss: Willi Minne (SPD) und Gesine Saft (CDU); Petitionsausschuss: Dirk Musfeldt (Grüne) und Marc Köhler.
SPD-Fraktionschef Köhler hat in der Ratssitzung auch seine drei Stellvertreter bekannt gegeben: Wolfgang Langrehr, Gudrun Mennecke und Anja Sander.