Die Schwellenangst überwinden

Der Ratssaal war ein würdiger Ort für den Abschluss der Präventions-Rallye. Anne Kirchenbüchler (links) und Annette v. Stieglitz freuten sich über die Stimmung der Schüler der Robert-Koch-Schule. Foto: G. Gosewisch

Präventionsrallye führt Schüler durch soziales Netzwerk

Langenhagen (gg). Unter der Leitung der Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragten der Stadt Langenhagen, Anne Kirchenbüchler, starteten jetzt drei achte Klassen der Robert-Koch-Realschule zur Präventionsrallye, ein Projekt des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt mit Unterstützung des Präventionsrates Langenhagen. Mit Fragebögen in der Tasche steuerten die Schüler verschiedene Institutionen mit sozialem Auftrag an. Im Gespräch mit den Ansprechpartnern vor Ort fanden sie Antworten auf grundsätzliche Fragen: An wen wendet man sich im Fall von erlebter Gewalt zu Haus – in der Schule oder in der Freizeit – wo findet man Hilfe und Unterstützung, wer sind die Ansprechpartner und wie sind sie vernetzt?
Kennen gelernt wurde die mobile aufsuchende Jugendarbeit im Haus der Jugend, kurz MAJA, das Büro der Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragten der Stadt Langenhagen, das Polizeikommissariat, der Frauennotruf, der Fachdienst Kinder und Jugend, die sozialpsychiatrische Beratungsstelle, das Mehr-Generationen-Haus, die Lebensberatungsstelle und das Jobcenter. Die Erfahrungen der Schüler, die sie bei der Rallye machen, bewertet der stellvertretende Schulleiter der Robert-Koch-Realschule, Jörg Rettig, als sehr wertvoll: „In der achten Klasse sind Schüler, die im Durchschnitt 14 Jahre alt sind. Typisch für diese Altersstufe ist eine gewisse Verschlossenheit, weil die kindliche Offenheit und Naivität wie bei Grundschülern längst gewichen ist. Die Rallye liefert eine Hilfestellung. Eine mögliche Schwellenangst kann überwunden werden. Es dient der Persönlichkeitsentwicklung, wenn man lernt, die Angebote von Institutionen anzunehmen.“ Bewusst war als Abschluss der Rallye eine Zusammenkunft aller Teilnehmer im Ratssaal organisiert worden. Die Leiterin der Volkshochschule, Annette v. Stieglitz, würdigte das Projekt: „Der gemeinsame Abschluss der Rallye im Ratssaal ist ein wichtiges Zeichen. So drückt sich eine Wertschätzung aus. Soziales Lernen geschieht über das Vorleben. Die Gruppen finden hier zusammen, und das gemeinsame Essen unterstreicht die Gemeinschaft.“ Eine Nachlese soll das Projekt in den Klassen abschließen. „In den einzelnen Klassen werden die Rallye-Bögen ausgewertet“, erklärt Rettig und weiter: „Alle Ergebnisse werden zusammengefügt in einen Muster-Bogen eingetragen, so dass daraus eine vollständige Gemeinschafts-Arbeit entsteht.“ Grundsätzlich sei die Präventionsrallye ein Angebot, das für interessierte Schulklassen realisiert werde. „Anfragen lohnt sich“, sagt Anne Kirchenbüchler. Die nächste mögliche Rallye kann nach ihrer Einschätzung im Herbst stattfinden. „Es ist eine organisatorische Leistung, wenn alle Institutionen neben dem Tagesgeschäft für das Projekt Rede und Antwort stehen“, ist ihre Auffassung.