Die Suche nach Sporttalenten an der Schule

Zum dritten Mal ist die IGS „Sportfreundliche Schule: Schulleiter Wolfgang Kuschel (rechts) überreicht Fachbereichsleiter Daniel Möllenbeck die Auszeichnung. (Foto: O. Krebs)

Kultusministerin Frauke Heiligenstadt referiert beim Sportlehrertag in Langenhagen

Langenhagen (ok). Ganz viel Praxis, aber auch ein bisschen Theorie in 17 verschiedenen Workshops – der zweite Sportlehrertag des Deutschen Sportlehrerverbandes (DLSV), Landesverband Niedersachsen, der diesmal an der IGS Langenhagen über die Bühne ging, zeigte Wege für die Zukunft im Sportunterricht auf. Trendsportarten wie Headis, Speedminton, Cross-Training oder aber auch Kämpfen in der Schule standen ebenso im Mittelpunkt wie Vorträge über Inklusion oder die Bewertung der Leistung im Sportunterricht. Und das Sport an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Langenhagen einen hohen Stellenwert besitzt, unterstreicht das dritte Zertifikat „Sportfreundliche Schule“. Schulleiter Wolfgang Kuschel überreichte Fachbereichsleiter Daniel Möllenbeck – zugleich Präsident des DLSV in Niedersachsen – das Zertifikat. Ulrike Jagau, 2. stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Langenhagen, betonte in ihrer Rede vor rund 350 staatlich geprüften Sportlehrerinnen und Sportlehrern aus dem ganzen Land, dass der Sportunterricht sich erheblich verändert habe. Jagau: „Jedes Kind kann zu einem halbwegs sportbegeisterten Kind hingeführt werden.“ Ausdauer, Konzentration und Kreativität – alles positive Errungenschaften, die vom Sportunterricht herrühren. Auch Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt, Schirmherrin des Sportlehrertages und früher selbst aktive Handballerin, hob die Bewegung als wichtigen Faktor für die Bildung hervor. Dem Sport komme eine große Aufgabe der Integration zu, gerade, was die aktuelle Flüchtlingswelle angehe. Denn Sport verbinde auch ohne Sprache. Der informelle Straßensport ginge immer mehr zurück; in Zeiten des Ganztagsunterrichts komme den Sportvereinen in Sachen Kooperation immer größere Bedeutung zu. „Jedes dritte Ganztagsangebot ist ein Sportangebot“, sagt die Ministerin. Und: In Zeiten der Inklusion müsse nicht zuletzt der Sport für eine ansprechende Willkommens-, Anerkennungs- und Beteiligungskultur unter den Schülerinnen und Schülern sorgen. Der Leistungssport wird nach Auffassung Heiligenstadts auch eine ganz neue Dimension innerhalb der Schule bekommen, weil Schule und Verein längst nicht mehr so strikt wie in der Vergangenheit getrennt werden. Im Klartext: Talentsuche soll auch an den Schulen laufen, denn: „Der Schüler ist auch wie ein Jugendlicher ein Talent“, so die Kultusministerin. Quantitativ hochwertiger und qualitativ guter Sportunterricht sei wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung; von daher habe sie durchaus die Forderungen der Sportlehrerinnen und Sportlehrer nach einer dritten Wochenstunde in Sachen Sport vernommen.