Die Wasserpflanzen schnappen nicht zu

Paula hatte eine Menge Pflanzen im Gepäck, als sie aus dem Silbersee stieg. (Foto: O. Krebs)

DLRG-Schwimmer starten nach tragischem Fall Selbstversuch im Silbersee

Langenhagen (ok). Der tragische Tod eines 40-jährigen Retters, der einem in Not geratenen Scheimmer helfen wollte(das ECHO berichtete), hat die Rettungsschwimmer der DLRG Langenhagemn jetzt auf den Plan gerufen und zu einem Selbstversuch animiert. Auch DLRG-Mitglied Mirko Heuer hat sich die Badehose angezogen und ist etwa 150 Meter vom Westufer bis zum Hundestrand geschwommen. In einem Gürtel etwa 15 Meter vom Ufer entfernt sind die Pflanzen sogar an der Oberfläche zu erkennen, an dieser Stelle hat sich das Drama abgespielt. Hier ist der See etwa 3,50 bis vier Meter tief. Am Ufer werden sie zertreten und in etwa zehn Meter Tiefe in der Mitte des Sees wachsen sie wegen der Kälte gar nicht erst. Mit Heuer ging Rettungsschwimmerin Paula Sommer ins Wasser, Björn Fiedler begleitete die beiden mit dem Rettungsbrett. Und sie zogen ein eindeutiges Fazit: Es handle sich keineswegs um Schlingpflanzen, die einen Badenden in die Tiefe zögen. Und sie schnappten auch nicht nach jemandem. Im Gegenteil: Die Tester konnten sich sehr schnell befreien, die Pflanzen ließen sich sehr schnell abstreifen und einfach zerreißen. Das stellte Paula Sommer fest, als sie zwei Büschel mit aus dem Wasser nahm. Aber: Sie räumten auch ein, dass das Ganze in einer Paniksituation anders aussehen könne. Unter normalen Umständen sei das Gefühl aber so, wie bei einem Gang durchs hohe Gras, es kitzle ein wenig, fast so wie ein Peeling. Für Heuer, der sich selbst als Gelegenheitsschwimmer bezeichnete, kein Problem. Wer die Pflanzen auf der Oberfläche des Wassers sehe, könne ihnen ausweichen. Und wer sie doch am Körper habe, könne sie ganz leicht entfernen und weiterschwimmen. Eine Erfahrung, die auch DLRG-Sprecher Frank Berkemann am eigenen Leib gemacht habe. Das Grünzeug habe sich aber ganz leicht abstreifen lassen, für Panik habe kein Anlass bestanden. Wer aber doch unruhig und nervös werde, dem gab er den Tipp: Einfach auf den Rücken legen und zwei Schwimmbewegungen mit kreisenden Armbewegungen machen. Die Pflanzen fielen dann von den hochliegenden Beinen ab. Am Silbersee werde nicht gemäht – die Fläche sei zu groß, der Bewuchs zu gering. Anders sieht es am Waldsee aus, wo in dieser die Mahd über die Bühne ging. Schwimmen sei hier wegen des dichten Pflanzenteppichs fast nicht mehr möglich gewesen.