Digitalpakt in trockenen Tüchern

Unklar sind die spezifischen Bedarfe der Schule

Langenhagen (dl). Der Digitalpakt Schule ist nach langem Ringen in der Politik mittlerweile in trockenen Tüchern. Damit können die förderfähigen Schulen respektive deren Träger nun auch die Zuwendungen der Länder zum Ausbau der digitalen schulischen Bildungsstruktur aufgrund bestehender Förderrichtlinien beantragen. Soweit so klar. Unklar hingegen sind bisher noch die individuellen Bedarfe anhand spezifisch fachlicher und pädagogischer Anforderungen der Schulen, auch was die mögliche Anschaffung mobiler Endgeräte betrifft. Bei einem ersten Treffen zum Digitalpakt Schule mit Schulleitungen, Lehrern und Vertretern der in der Verwaltung mit dem Thema befassten Fachbereiche gaben Berater des Medienzentrums Hannover einen Überblick über das, was im Zuge der Digitalisierung auf die Schulen zukommen wird. Mit Thorben Noß, dem Fachbereichsleiter Kinder, Jugend, Schule und Kultur, sprachen jetzt die Leiter der beiden größten Schulen in Langenhagen, Timo Heiken/IGS und Matthias Brautlecht/Gymnasium über die spezifisch pädagogischen Gesichtspunkte bei der Umsetzung des Digitalpakts und über Einzelheiten zu den Fördervoraussetzungen..Schnell war man sich einig, dass nicht alle Schulen auf demselben technischen Level sein müssen, sondern dass eine individuelle Ausrichtung eine sehr viel größere Rolle spielt. Die Bedarfe der Schulen sind ohnehin unterschiedlich. Die rasante technische Entwicklung tut ein übriges und auch die Schulen selbst entwickelten sich weiter, so Timo Heiken. Beide Schulleiter befürworten die Einsetzung eines Medienbeirats als operative Schnittstelle in beratender Funktion, besetzt mit Eltern- und Schülervertretern als auch mit Vertretern der Grund- und weiterführenden Schulen. Ein Medienbeirat könne Standards sowohl in technischer wie in pädagogischer Hinsicht formulieren und sich mit den derzeit drängendsten Fragen auseinandersetzen. Wo stehen wir? Was brauchen die Schulen und was soll umgesetzt werden? Zunächst aber geht es für die Schulen, als Voraussetzung für alles andere, um infrastrukturelle Maßnahmen: sprich den Anschluss an das Glasfasernetz.Im Rahmen der Breitband-Förderung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sind Schulen auf Antrag förderfähig, die nicht bereits über einen Glasfaseranschluss verfügen bzw. wenn noch nicht in jedem Klassenzimmer eine Bandbreite von 30 Mbit/s zur Verfügung steht. Allerdings kommt hier das Geld nicht aus dem Digitalpakt, sondern aus dem Sonderprogramm des BMVI zur Gigabit-Versorgung von Schulen. Den Aufbau der digitalen Vernetzung der Schulgebäude, die Einrichtung von schulischem WLAN sowie den Aufbau digitaler Lehr- und Lernstrukturen dagegen finanziert auf Antrag der Digitalpakt. Einschließlich interaktive Tafeln, Displays und digitale Arbeitsgeräte für den Technisch-naturwissenschaftlichen Bereich oder die berufsbezogene Ausbildung. Weitere, noch ungelöste Probleme sind neben der Frage des technischen Supports einschließlich einer (personalintensiven) Wartung der eingesetzten Geräte als auch der Bereich einer bedarfsgerechten Fortbildungsplanung der Lehrkräfte.