Doppelspitze soll Langenhagener SPD führen

Klaus Danneberg, Vorsitzender der AG 60 plus (links), bedankt sich bei Marco Brunotte für 20 erfolgreiche Jahre an der Spitze der Partei. (Foto: O. Krebs)

Bisheriger Vorsitzender Marco Brunotte tritt nach 20 Jahren zurück

Langenhagen (ok). Das Führungsduo der Bundes-SPD heißt Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans, in Langenhagen sind die Protagonisten Anja Sander und Tim Julian Wook. Die Ratsfrau aus Wiesenau und der Fraktionsvorsitzende im Ortsrat Godshorn wollen im März bei der Jahreshauptversammlung des Ortsvereins die Nachfolge Marco Brunottes antreten. Der frühere Landtagsabgeordnete tritt nach 20 Jahren an der Spitze der Langenhagener Partei kürzer, will sich mehr um seine Familie und seinen neuen Job als Hauptgeschäftsführer der AWO kümmern. Beim Treffen der Arbeitsgemeinschaft der AG 60 plus im Anna-Schaumann-Stift zog Marco Brunotte Bilanz, machte auch deutlich, dass sich die politischen Zeiten so wie die Werte gewandelt hätten. Nicht nur politische Gruppierungen, sondern auch Vereine litten darunter, dass viele Berufstätige immer weniger Zeit hätten. Ein Argument, dass einige Zuhörer nicht akzeptieren wollten, von Desinteresse und Gleichgültigkeit war das die Rede. Und auch der Satz „Es geht uns einfach zu gut.“ fiel. Marco Brunotte dagegen kassierte großes Lob von Sigrid Könneke: „Du warst damals der Einzige, der auf die Leute zugehen und sie ernstnehmen konnte.“ Eigenschaften, die sie heute manchmal vermisse. Marco Brunotte betonte, dass er immer gern 24 Stunden im Einsatz sei und sich für seine Mitbürger einsetze, aus der Mitte des Volkes Verantwortung für die Kommune übernehme. Brunotte: „Das,was man entscheidet, erreicht einen direkt.“ Er habe immer an den Geschehnissen teilhaben können und gemeinsam hätten sie viele Projekte angeschoben. Als Beispiel nannte er den Quartierstreff in Wiesenau, der sich ja zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt hat, und auch die Buslinie 616. Aus dem Auditorium kam die Forderung nach einem Dorfgemeinschaftshaus für die Stadtmitte auf. Es gibt also noch einiges zu tun. Marco Brunotte munterte die Genossen auch in schwierigen Zeiten auf: „Die sozialdemokratische Strömung ist da.“ Ob er selbst nach 2021 noch dem Rat der Stadt Langenhagen angehören wolle, könne er heute noch nicht entscheiden. Nachgerückt sei er am 14. Juli 1997. „Das kann ich mir gut merken, weil an dem Tag zwei Jahrhunderte zuvor der Sturm auf die Bastille war.“ Wenn auch mit Höhen und Tiefen, regelrecht stürmisch verlaufen ist Brunottes politisches Leben bislang eher nicht. Aber wer weiß, was noch kommt: Mit 42 Jahren ist er ja in einem für Politiker fast jugendlichen Alter.
Weiter geht es bei der AG 60 plus am Donnerstag, 20. Februar, um 15.30 Uhr im Anna-Schaumann-Stift. Dann ist die langjährige Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch zu Gast, die im Mai in den Ruhestand gehen wird.