Dort, wo früher das Rathaus stand

Freuen sich über das historische Hinweisschild: Christine Richter und Holger Mönch.Foto: O. Krebs

GLIEM-Tafel vor Sparkasse an Walsroder Straße 142 enthüllt

Langenhagen (ok). Das hören sicher viele Langenhagenerinnen und Langenhagener zum ersten Mal: An der Walsroder Straße 142, wo heute die Sparkasse ihr Domizil hat, stand bis 1967 das ehemalige Rathaus der Stadt Langenhagen. Errichtet wurde das Gebäude allerdings schon 1890 als Wohnhaus des Ziegeleibesitzers Heddenhausen, im Volksmund als "Villa Heddenhausen" bezeichnet. 1919 erwarb dann Langenhagens Gemeindevorsteher Wilhelm Weirich das Gebäude und machte es zum "Gemeindehaus" – im Erdgeschoss damals schon mit Kreissparkasse, außerdem war hier das Standesamt untergebracht. Der überparteiliche Weirich hatte eine Menge für Langenhagen auf den Weg gebracht, war unter anderem für die Ansiedlung von Firmen, den Bau einer Viehauktionshalle, den Ausbau von Straßen und Kanalisation sowie die Weiterentwiclklung der Idee einer "Gartenstadt Langenhagen" verantwortlich. Durch starken Siedlungsdruck sollte sich der Ort nach Norden und Osten erweitern mit Wohnhäusern und im Grünen und weiteren öffetnlichen Einrichtungen. 1938 wurden die Gemeinden Brink und Langenhagen dann zur Großgemeinde Langenhagen zusammengelegt, die gemeinsame Verwaltung zog dann an den Langenforther Platz ins ehemalige Brinker Rathaus. Sparkasse, Standesamt und Gemeindebibliothek blieben allerdings in ihren Räumen, ein Jugendheim und ein kleiner Festsaal mit Bühne kamen dazu.1967 wurde das alte Gebäude abgerissen, die Sparkasse baute hier neu. Eine Tafel des Projektes "Ganz Langenhagen ist ein Museum (GLIEM)" erinnert jetzt an dieses historische Gebäude, dessen bewegte Vergangenheit bisher wohl eher im Verborgenen schlummerte. Inzwischen sind es 32 Schilder, die der Arbeitskreis im ganzen Stadtgebiet aufgestellt hat, und die ein wenig über die Vergangenheit der Flughafenstadt aufklären sollen. Ende des Jahres sollen es mindestens 50 sein. Denn: Langenhagen ist im Zweiten Weltkrieg zu etwa 85 Prozent zerstört worden; viele Relikte existieren nicht mehr.
Die Tafel weist jetzt auf die "Villa Heddenhausen" hin; Christine Richter, Urenkelin Wilhelm Weirichs, und Sparkassen-Vertriebsdirektor Holger Mönch enthüllten sie bei einem kleinen Festakt. Sowohl das Kreditinstitut als auch die Familie Richter unterstützen das GLIEM-Projekt finanziell.