Drei Generationen unter einem Dach

Richtige Familienmenschen: Ursula und Karl-Heinz Lerch.Foto: D. Lange

Diamantene Hochzeit von Ursula und Karl-Heinz Lerch

Langenhagen (dl). Beim Varieté hat`s gefunkt. Nicht auf der Bühne, sondern zwischen Ursula und Karl-Heinz Lerch, der erst kurz zuvor aus polnischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war. Es war an in einem ehemaligen Kino in Langenhagen. Man schrieb das Jahr 1949 und die beiden saßen an diesem mäßig besuchten Varietéabend nebeneinander, was in der weiteren Zukunft wohl auch noch öfters vorkam, denn am 21. Juli 1951 heirateten sie. In den Monaten vor der Hochzeit wurde noch fieberhaft an dem Anbau hinter dem Haus der Eltern von Karl-Heinz Lerch gebaut, denn dieser Anbau, in dem später auch ihre Kinder zur Welt kamen, sollte doch ihr künftiges Wohnhaus werden. Erst zwei Tage vor der Hochzeit feierten sie das Richtfest. Nachdem die Kriegsschäden beseitigt und das Elternhaus von Karl-Heinz Lerch soweit ausgebaut war, zog die Familie aus dem Anbau in das Haupthaus um. Dieses Haus in der Niedersachsenstraße stammt aus dem Jahr 1904 und ist gleichzeitig auch das Geburtshaus von Karl-Heinz Lerch, der dort 1926 das Licht der Welt erblickte. Seine Frau Ursula wurde 1931 in Ostpreußen geboren und kam 1947 über Danzig und Berlin nach Langenhagen. Sie arbeitete zunächst als Haushaltshilfe und später lange Jahre in Langenhagens ehemaliger Keksfabrik. Ihr Mann Karl-Heinz war gelernter Werkzeugmacher und verdiente sein Geld bis zu seinem Vorruhestand 1983 zuerst zehn Jahre lang in der Tapetenfabrik in Langenhagen, dort wo der Fachmarkt Hammer heute seinen Sitz hat, und später bei VW in Stöcken. Bei Karl-Heinz Lerch von Ruhestand zu sprechen, wäre allerdings nicht ganz zutreffend, eher kann man es als Unruhestand bezeichnen. Nach der Pensionierung betreute er längere Zeit eine SB-Autowaschanlage und hält ansonsten Haus, Hof und Garten in Schuss. „Ich muss immer in Bewegung bleiben“, sagt er. Heute lebt das Ehepaar Lerch mit ihrem Sohn und ihrer Tochter und mit dreien der vier Enkel – alles Söhne – im selben Haus sowie in besagtem Anbau in der Niedersachsenstraße. Auch die Schule war für alle dieselbe. Angefangen vom Vater Karl-Heinz Lerch, den beiden Kindern und auch die vier Enkel gingen sie alle in die Hermann-Löns-Schule. Bei allem Arbeiten kam aber auch der Urlaub nicht zu kurz. „Die Kanaren und die Balearen haben wir durch“, erzählen sie. „Wir haben einige Male mit den Kindern auch im Ferienhaus in Dänemark Urlaub gemacht, meist auf den Inseln Römö und Mön." Ursula Lerch erinnert sich an den breiten Strand auf Römö, wo auch die Autos fahren konnten. „Manche haben dann bei Ebbe ganz vorne am Wasser geparkt, dabei aber nicht an die Flut gedacht“. Später hat die Familie Lerch oft und gerne am Tegernsee in Bayern Urlaub gemacht. „Uns gefällt`s dort und man ist auch schnell mal in München“. Zurzeit freut sich die ganze Familie, besonders natürlich die stolzen Großeltern, auf die im August bevorstehende Geburt des Urenkels. „Es wird wieder ein Junge."