Eher mehr als weniger

Stadtverwaltung will hohen Servicestandard halten

Langenhagen (ok). Rund 760 Stellen in Voll- und Teilzeit gibt es im Langenhagener Rathaus, 200 davon möchte Jens Mommsen, Kandidat des Langenhagener Wählerbündnisses BBL, mal eben so "rasieren". "Völlig absurd", so die einhellige Meinung von Verwaltungschef Friedhelm Fischer und auch von Stadtbaurat Carsten Hettwer. Nicht unbedingt nur "große" Bauprojekte binden viel Zeit, auch mit „kleineren“ Aufgaben wie etwa einer Fassadensanierung im Kindergarten oder der Reparatur einer Heizung in der Schule. Darüber hinaus müssten viele administrative Aufgaben erfüllt, Flucht- und Rettungspläne erstellt und nicht zuletzt Bauaufsicht geführt werden. Und: Beileibe nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien „hochbezahlte“ Ingenieure, wie es Mommsen immer wieder in den Raum stelle. Bürgermeister Friedhelm Fischer: „Was die Nettokosten pro Kopf angeht, die liegen bei 345 Euro pro Einwohner und sind damit vergleichbar mit unserer Nachbarstadt Garbsen.“ Und der Vergleich mit Garbsen liegt auf der Hand, sind die Kommunen doch ähnlich groß und grenzen beide unmittelbar an die Landeshauptstadt Hannover an, haben also in etwa die gleiche soziale Struktur: Nur: Ein eigenes Jugendamt und eigene städtische Kindertagesstätten, die wird man laut Fischer in der Stadt mit rund 63.000 Einwohnerinnen und Einwohnern vergeblich suchen. Und schon deshalb hinke der Vergleich mit der Flughafenstadt. Fischer: „Wir bieten unseren Bürgerinnen und Bürgern einen hohen Servicestandard, lassen uns ein eigenes Jugendamt etwa zwei Millionen Euro im Jahr kosten.“ Und mit den eigenen Kindertagesstätten übernehme die Kommune natürlich auch die Unterhaltung der Gebäude. Dazu komme in nächster Zeit zum Beispiel auch die Verpflichtung, mehr Krippenplätze anzubieten. Außerdem würden auch eine Menge Aufgaben auf Langenhagen abgewälzt, etwa in Sachen Lärmschutz am Flughafen.
Stadtbaurat Carsten Hettwer dreht den Spieß sogar um, meint, dass wegen der vielfältigen Aufgaben eher noch mehr Personal als bisher notwendig sei. „Ein kleiner Auftrag macht in der Ausschreibung genauso viel Arbeit wie ein großer“, ergänzt Verwaltungschef Fischer. Und was den Vorwurf der Fremdvergabe von Aufträgen angeht: „Auch die Betreuung Externer kostet viel Zeit und bindet Kräfte“, so Hettwer.