Ehrenzeichen für Herbert Könneke

Übergabe des Staffelstabes in der Matthias-Claudius-Kirche (von links): JUH-Regionalvorstand Uwe Beyes, NOV-Dienststellenleiter Tim Heinrich, Landespfarrer Karsten Kümmel, die neue Ortsbeauftragte Elke Zach, Bürgermeister Friedhelm Fischer, der ehemalige Ortsbeauftragte Herbert Könneke, Regionalvorstand Hermann Fraatz. (Foto: Johanniter/Hendrik Helwig)

Elke Zach ist neue Ortsbeauftragte der Johanniter

Langenhagen. Der Führungswechsel in der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) ist mit einem Gottesdienst und anschließendem Empfang in der Heimatgemeinde des scheidenden Amtsinhabers Herbert Könneke in der Matthias-Claudius-Kirche in Krähenwinkel feierlich begangen worden. Der seit 2000 amtierende Ortsbeauftragte des Nordhannoverschen Ortsverbandes (NOV) wurde von den Regionalvorständen Uwe Beyes und Hermann Fraatz verabschiedet und seine Nachfolgerin Elke Zach in ihr Ehrenamt eingeführt. Der Johanniter-Landespfarrer, Karsten Kümmel, und der Gemeindepastor Claus Venz führten die Liturgie durch. Neben der stellvertretenden Regionspräsidentin Angelika Walther, Langenhagens Bürgermeister Friedhelm Fischer sowie Haupt- und Ehrenamtlichen der JUH erschienen zahlreiche Gäste aus Verwaltung, Politik, Polizei und Kirchengemeinden Langenhagens: unter anderem der Landtagsabgeordnete Marco Brunotte (SPD), die SPD-Fraktionsvorsitzende der Regionsversammlung Silke Gardlo wie auch deren CDU-Kollege Mirko Heuer, außerdem Armin Wenzel, Leitender evangelischer Militärdekan im Norden Deutschlands, Sigmund Gonsior, stellvertretender Stadtbrandmeister Langenhagens und Ewald Nagel, Ortsbeauftragter des THW Hannover-Langenhagen.
Beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus würdigte der ehrenamtliche Regionalvorstand Hermann Fraatz das Engagement Herbert Könnekes: „Du warst die Visitenkarte deines NOV!“ Als Dank für die uneigennützig geleistete Arbeit und in höchster Anerkennung nahm Fraatz im Auftrag des Herrenmeisters, Oskar Prinz zu Preußen, die Verleihung des Ehrenzeichens des Johanniterordens vor. Auch Friedhelm Fischer empfand die Feierstunde als sehr bewegend, da beide – Könneke und Zach – aus seiner Sicht „das Ehrenamt in Person“ seien. Außerdem unterstrich der Bürgermeister die Bedeutung der JUH für die Stadt: „Was wäre Langenhagen ohne die Johanniter? Sie sind mit ihrem Ansatz, Hilfe zu leisten von Mensch zu Mensch, nicht mehr wegzudenken – und dies nicht nur bei den zahlreichen Bombenevakuierungen!“ Er habe sich auch im Rahmen der Gespräche zur Vorbereitung der Neuvergabe des Rettungsdienstes in der Region Hannover immer persönlich für die Hilfsorganisation ausgesprochen. Der Leitende Militärdekan Armin Wenzel gratulierte der JUH zur Wahl Elke Zachs zur Ortsbeauftragten, denn er kenne sie seit ihren ersten evangelischen „Kindertagen“. Er gab ihr Petra Bahrs „Haltung zeigen“ mit auf den Weg, aber mehr als Bestätigung denn als Anregung. Auch der THW- Ortsbeauftragte bedankte sich für die gute Zusammenarbeit und wünschte deren Fortsetzung: „Wir sind da, wenn ihr uns braucht und ihr kommt immer, wenn wir Unterstützung benötigen!“
Die symbolische Übergabe des Staffelstabes bedeutet auch einen Generationenwechsel in der Führung der ehrenamtlichen Seite des NOV: Herbert Könneke, Jahrgang 1934, hat das Amt des Ortsbeauftragten mit der Gründung des Ortsverbandes in seiner heutigen Form installiert und aufgebaut. Nun ist es an der Jüngeren, der 1957 geborenen Elke Zach, dem Amt weitere Facetten hinzuzufügen. Sie wird zusammen mit dem Dienststellenleiter Tim Heinrich den Verband führen und unter anderem die Wirtschafts- und Personalverantwortung im Ehrenamtsbereich mittragen. Beide, den scheidenden Amtsinhaber und seine Nachfolgerin, verbindet ein außergewöhnlich starkes politisch-gesellschaftliches wie evangelisch-kirchlich geprägtes Engagement.
Der Südniedersachse Herbert Könneke war die letzten 20 Jahre bis zu seiner Pensionierung in der Schulaufsichtsbehörde des Landkreises Hannover als Schulrat tätig. Von 1992 bis 2004 gehörte er als Vertreter der SPD dem Rat der Stadt Langenhagen an, bis 2011 war er noch Mitglied des Ortsrates Kaltenweide. Bis heute ist er im Seniorenbeirat der Stadt aktiv. Neben der Politik war dem mehrfachen Vater und Großvater sein kirchliches Wirken wichtig: Über 40 Jahre engagierte sich Könneke in Kirchenvorständen. Bis 2006 war er im Kirchenkreistag in führender Funktion tätig.
Als er „sich die Jacke anzog“, Könnekes geflügeltes Wort zum Anlegen der Johanniter-Dienstbekleidung, verknüpfte der Ortsbeauftragte seine Ehrenämter mit der JUH. Besonders bekannt und beliebt waren die von ihm mit einem Team von Ehrenamtlichen geplanten und durchgeführten „Johanniter-Klön-Treffs“ und seine bis zu 1200 telefonischen Geburtstagsgrüße pro Jahr für ältere Fördermitglieder der Hilfsorganisation.
Das Amt der Ortsbeauftragten ist mit viel freiwilligem Engagement verknüpft – dies ist für Elke Zach neben ihrer Berufstätigkeit schon lange selbstverständlich. Durch das Elternhaus bereits früh politisch und durch soziale Verantwortung geprägt, trat sie in den 1980er Jahren der SPD bei. Seit Jahren ist sie aktiv im Rat Langenhagens und in der Regionsversammlung, dort zum Beispiel im Ausschuss für Soziales, Wohnungswesen und Gesundheit. Daneben nimmt sie ihre Verantwortung als Christin sehr ernst: Aktuell ist sie wieder in den Kirchenvorstand der Emmaus-Gemeinde in Langenhagen gewählt worden.
Gebürtig aus der Nordstadt Hannovers, kam sie durch die Liebe nach Langenhagen. Die Mutter dreier, nunmehr erwachsener Kinder ist als Arzthelferin in einer großen gynäkologischen Praxis tätig. Der Mensch als soziales Wesen und die Daseinsvorsorge stehen bei Elke Zach immer im Fokus – es besteht dadurch auch eine besondere Affinität zu Rettungsdienst und Katastrophenschutz. An ihrer Tochter, Rettungsassistentin von Beruf, sieht sie ganz persönlich, welche Leistungen hier abverlangt und mit welcher Hingabe diese auch erbracht werden. „Mein höchster Respekt gehört den vielen Haupt- und Ehrenamtlichen, die auf diesem Gebiet tätig sind.“ Deswegen engagiere sie sich von nun an bei der JUH, sie wolle auch hier Impulse geben und neue Linien für die Zukunft aufzeigen – besonders in Richtung der Jugend und deren Förderung. Zurzeit besuche sie alle Bereiche im NOV und lerne viele neue Gesichter und Aufgaben kennen. Bei allem bleibe aber immer ihr innigster Wunsch bestehen: „Ich möchte immer bei den Menschen sein!“