Ein bedeutender Schwerpunkt

Tauschten sich über die Arbeit des Wundzentrums aus (von links): Michael Skutek, Peer Kraatz und Karsten Glockemann. Dahinter die Sozialdemokraten Marco Brunotte, Caren Marks, Anja Sander und Cornelia Lütge.Foto: D. Lange

Wundzentrum Hannover in der Paracelsus-Klinik

Langenhagen (dl). Das Wundzentrum Hannover an der Paracelsus-Klinik ist im Verlauf von fünf Jahren zu einem besonderen und bedeutenden Schwerpunkt der Klinik am Silbersee gewachsen und hat sich auf diesem Gebiet eine Kompetenz und Reputation mit überregionalem Ansehen erworben. Die Gründung durch den Wundexperten und Facharzt für Chirurgie, Karsten Glockemann, beruht auf der Tatsache, dass häufig dieselben Patienten über dieselben Beschwerden klagten sowie auf den Erfahrungen, die Glockemann bei der Wundversorgung von Patienten in Pflegeheimen, Krankenhäusern und im häuslichen Umfeld der Patienten machte. Die Ursache für diese offenkundige Misere seien vielfach Pflegefehler und unkoordinierte Behandlungen chronisch offener Wunden gewesen, die überdies in der Regel nur die Symptome waren für eine oder mehrere Grunderkrankungen. Aus dieser Erfahrung heraus entstanden Leitlinien, die zu einer Zusammenarbeit vieler Fachdisziplinen der Medizin und Pflege führten. Das ging nicht immer ohne Widerstand ab, wie Glockemann sich erinnert: „Viele Ärzte sahen in dem Wundzentrum eine vermeintliche Konkurrenz und auch die Kassenärztliche Vereinigung war nicht immer auf unserer Seite. Es brauchte einiges an Überzeugungsarbeit, um dahin zu kommen, wo wir heute sind." „Um chronische Wunden wirklich effektiv behandeln zu können, brauchen wir frühzeitig die Koordinierung eines gesamten Behandlungskonzeptes, um kostenintensive Doppelbehandlungen- und Therapien zu verhindern. Dazu gehört in erster Linie ein fundiertes Fachwissen und eine umfangreiche Diagnostik. Ein weiteres Problem, welches uns besonders auf dem Gebiet der Wundinfektionen zunehmend zu schaffen macht, sind die unter anderem durch eine intensive Verwendung von Antibiotika in der Landwirtschaft und der Massentierhaltung entstandenen multiresistenten Keime. Die Keimvorsorge stellt daher erhöhte Anforderungen an das Pflegepersonal. Gerade deshalb ist uns die Zertifizierung des Wundzentrums sehr wichtig im Sinne eines effektiven Wundmanagements mit einer klaren Zuordnung der Verantwortungsbereiche." Kürzlich trafen sich Karsten Glockemann und der Facharzt für Endoprothetik, Michael Skutek, in der Klinik mit Politikern der SPD, die sich bei ihrem Besuch in der Paracelsus-Klinik ein Bild über die Arbeit des Wundzentrums und andere Schwerpunkte der Klinik machten. Zu der SPD-Delegation gehörten Marco Brunotte, die Bundestagsabgeordnete Caren Marks sowie Anja Sander und Cornelia Lütge aus Langenhagen. „Wir verfügen hier über 90 bis maximal 120 Betten“, erklärt der Verwaltungsdirektor der Klinik, Peer Kraatz, „und wir beschäftigen rund 90 Pflegekräfte. Qualifizierte Leute zu bekommen, ist nicht immer einfach, aber wir haben eine vergleichsweise geringe Fluktuation bei unserem Personal und sind ein bevorzugter Arbeitgeber. Durch den Fachkräftemangel entsteht allerdings auch eine gewisse Konkurrenzsituation auf dem Personalsektor mit anderen Krankenhäusern."