Ein besonderes Konzept der Erziehung

Politiker und Erzieherinnen im Gespräch: CDU-Ortsbürgermeister Andreas Hartfiel (stehend von links), Susanne Wesemann, Bürgermeister Friedhelm Fischer, Maud Lehmann-Musfeldt, Stephanie Emmel und Janina Hamann sowie Dagmar Janik von der SPD (sitzend von links), Anja Sander (SPD), Maren Rietschel (Grüne) und Claudia Matern (FDP). Foto: D. Thiele

Kita Krähenwinkel ist Konsultationskindergarten

Krähenwinkel (dt). So ganz konnte sie ihre Enttäuschung nicht verbergen. Am
Sonnabend hatte Maud Lehmann-Musfeldt, Leiterin der Kindertagesstätte Krähenwinkel, Politiker eingeladen, um ihnen vom besonderen Konzept der Kita zu berichten. Nur wenige waren gekommen, dabei war das, was Lehmann-Musfeldt und ihre Kolleginnen zu berichten hatten, wirklich bemerkenswert. Die Kita Krähenwinkel ist seit August einer der wenigen Konsultationskindergärten im Land. Unter dem Motto "Praxis berät Praxis" repräsentieren solche Einrichtungen exemplarisch einen Schwerpunkt und geben ihre Erfahrungen an andere Kindertagesstätten weiter. In Krähenwinkel lege man besonders viel Wert auf die Gesundheits- und Bewegungserziehung sowie Suchtprävention. "75 Prozent unsere Kinder sind den ganzen Tag hier, da übernehmen wir einen Großteil ihrer Gesundheitserziehung", berichtete die Leiterin. Das Angebot geht über Turnen, Schwimmen, Fußballspielen bis hin zum Schlittschuhlaufen oder der regelmäßigen Teilnahmen am UNICEF-Lauf. Außerdem würden gemeinsame Bewegungsaktionen immer wieder in den Alltag eingebaut. Ebenso wichtig sei auch eine gesunde Ernährung. "Da gab es noch viele Defizite bei unseren Kindern", bedauerte Erzieherin Janina Hamann. Das tägliche Frühstücksbuffet, Elternabende zum Thema Ernährung und gemeinsame gesunde Mahlzeiten sollen den Kindern Genuss und Spaß am Essen unter Berücksichtigung der Ernährungspyramide aufzeigen. Dass das Essen mittags in die Kita geliefert wird, sieht Lehmann-Musfeldt nicht als Widerspruch zum Konzept. Es habe viele Gespräche mit dem Lieferanten über die Essensqualität gegeben, "nun können wir diese Lieferungen verantworten". Eine Alternative gebe es auch nicht, da kein Platz für eine eigene Küche bestünde. Bürgermeister Friedhelm Fischer wusste die Arbeit des Kita-Teams zu schätzen. "Vor einigen Jahren habe ich gedacht, nehmt einen Bagger und schiebt die Kita zusammen." Dann aber wurde nicht abgerissen, sondern saniert und angebaut. "Vor diesem Hintergrund ist das, was hier geleistet wurde, eine tolle Arbeit!" Diese aber würde aus Sicht der Kindertagesstätte noch
nicht genug gewürdigt und unterstützt. Anja Sander (SPD) beantwortete die Frage, was es für sie als Politikerin bedeuten würde, eine Konsultationskita in der Stadt zu haben, mit "stolz, ich bin einfach stolz". Aber alle waren sich einig, dass noch Einiges passieren muss, bis solch eine Wertschätzung, insbesondere auch für den Beruf der Erzieherin oder des Erziehers, wirklich in der Praxis angekommen ist.