Ein Blick auf die dunkle Geschichte

Bürgermeister Friedhelm Fischer forderte die Gesellschaft auf, immer wachsam zu sein.

Frauen-Konzentrationslager Langenhagen: Gedenkveranstaltung am Mahnmal

Langenhagen. Das Aktionsbündnis „Langenhagener gegen Rechte Gewalt“ hat zum 68. Jahrestag der Zerstörung des Frauen-Konzentrationslagers (KZ) Langenhagen eine Gedenkveranstaltung organisiert. Mit dem hannoverschen Bürgermeister Bernd Strauch und Friedhelm Fischer, Bürgermeister der Stadt Langenhagen, gedachten fast 50 Bürger aus Hannover und Langenhagen am Mahnmal des Konzentrationslagers den Opfern des Nationalsozialismus und speziell der Frauen aus dem KZ Langenhagen. Der Chor des DGB Hannover gab der Veranstaltung einen musikalischen Rahmen.
„Es ist eine historische Verpflichtung aus der Langenhagener Stadtgeschichte, dem hier geschehenen Unrecht zu gedenken“, sagte Marco Brunotte vom Aktionsbündnis „Langenhagener gegen Rechte Gewalt“ zur Begrüßung. Seit Einweihung des Mahnmals am 8. Mai 2003 organisiert das Aktionsbündnis eine jährliche Gedenkveranstaltung.
Im Oktober 1944 wurde das KZ im Gewerbegebiet „Brinker Hafen“ an der Hackethalstraße errichtet. 500 polnische Zwangsarbeiterinnen, die während des Warschauer Aufstands interniert wurden, mussten hier für die Brinker Eisenwerke in der Rüstungsproduktion arbeiten. Das damals auf Langenhagener Stadtgebiet gelegene Konzentrationslager wurde am 6. Januar 1945 durch einen alliierten Bombenangriff zerstört und danach von den Nazis geräumt.
Bernd Strauch forderte: „Mit Blick auf die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte müssen wir in der Gegenwart handeln. Deshalb müssen wir uns aktiv gegen Rechte Gewalt und Antisemitismus stellen.“ Hierzu seien alle gesellschaftlichen Kräfte gefordert. Besondere Sorge bereitet dem hannoverschen Bürgermeister, dass die „neuen Nazis“ im veränderten Gewand aufträten. „Sie verteilen ihre Hetze mit ihren Zeitungen an unseren Schulen, nutzen die neuen Medien für ihren Hass auf alles Fremde und verbreiten ein Klima der Angst“, sagte Strauch, „diese Tendenzen sind eine Herausforderung für alle Demokraten, die wir annehmen.“
„Es ist wichtig, dass wir die Erinnerung an die Verbrechen und Unmenschlichkeit im Nationalsozialismus aufrecht halten“, sagte Friedhelm Fischer und bedankte sich beim Aktionsbündnis „Langenhagener gegen Rechte Gewalt“ für die jährliche Organisation der Gedenkveranstaltung. Die Gesellschaft müsse immer wieder wachsam sein. Langenhagen habe deshalb eine präventive Kinder- und Jugendarbeit aufgebaut, die Neonazis den Nachwuchs nehme und positive Demokratieerfahrungen fördere. Gemeinsam legten Bernd Strauch und Friedhelm Fischer mit den Anwesenden zum Gedenken Blumen am Mahnmal nieder.