Ein Blick hinter die Kulissen

Den Rennpferden ganz nah.
 
Im Stall von Trainer Dominik Moser durften sich die Besucher umschauen.

61 Besucher nahmen am Tag der offenen Rennställe auf der Neuen Bult teil

Langenhagen (lo). Für die Besucher der Neuen Bult stand am vergangenen Sonnabend ein ganz besonderes Erlebnis an. Denn im Rahmen des bundesweiten Tags der Rennställe gewährte der Hannoversche Rennverein einen exklusiven Blick hinter die Kulissen. Insgesamt 61 Interessierte ließen es sich nicht nehmen, sich über die Rennpferde und die Trainingsmethoden zu informieren, etwas neues über die Rennbahn zu erfahren sowie die Rennpferde bei einem Trainingsgalopp zu beobachten und auch einen Stall ins Visier zu nehmen.
Doch bevor der Rundgang durch die Anlage startete, begrüßte Vereinspräsident Gregor Baum die vielen angereisten Pferdefans in der Garden Lounge. Viele der Besucher kennen die Neue Bult schon und waren öfters schon bei einem Renntag. Lediglich der Blick hinter die Kulissen fehlte ihnen noch. Und das ein gewisses Vorwissen vorhanden ist, zeigte sich schon in den gezielten Nachfragen. So wollte ein Besucher wissen, warum es mehr männliche als weibliche Jockeys gibt. „Im Rennen haben die Jockeys bis zu 100 Kilogramm in der Hand. Oft ist es so, dass Frauen von der Kraft her unterlegen sind. Wenn sie gut ausgebildet sind, kann man aber auch durchaus eine Frau als Jockey nehmen“, erklärt Trainer Dominik Moser. Und der Vereinspräsident hatte dafür auch gleich ein Beispiel: Lilli Engels. „Wir haben hier gute Frauen und setzen auch sie mal aufs Pferd“, ergänzt Baum.
Nachdem die ersten Fragen geklärt waren, ging es an die Rennbahn. Dort warteten die Besucher gespannt auf das Eintreffen der drei Rennpferde, die einen Trainingsgalopp zeigten. Im Anschluss daran konnten die Interessierten die Pferde noch aus der Nähe beobachten, denn sie präsentierten sich im Rundkreis an der Garden Lounge. „Ich mache ein modernes Training und versuche, die Pferde ruhig aufzubauen. Außerdem lege ich viel Wert darauf, dass die Rennpferde fit sind und die Muskulatur aufgebaut ist“, erläuterte Moser seine Trainingsmethoden.
Während es für die Pferde dann wieder zurück in den Stall ging, begann für die Besucher der Rundgang durch die Rennbahn. Und um den 61 Teilnehmern auch gerecht zu werden, wurden sie in drei kleine Gruppen aufgeteilt. So ging die eine Gruppe zunächst zum Hauptgebäude. Dort erklärte Cora Lammers vom Beirat des Hannoverschen Rennvereins, wie der Ablauf mit dem Wiegen der Jockeys vor und nach dem Rennen ist und das jeder Jockey eine Schutzweste tragen muss. Durch den Führring und vorbei an den Sattelboxen ging es dann zunächst zu den Gastställen. „Für jedes Pferd was hier ist, haben wir eine Box. Daher gibt es auch Gastboxen, in denen die Rennpferde vor den Rennen stehen“, erklärt Lammers.
Entlang der Rennbahn ging es dann zu den Ställen der insgesamt vier Trainer der Neuen Bult. Im Stutenstall von Dominik Moser durften sich die Besucher ruhig und leise umsehen – und bekamen einige neugierige Blicke von den Rennpferden. „Die Pferde können in die Stallgasse und nach draußen gucken. Das ist gut für die Luftzirkulation“, erläutert Lammers. Insgesamt stehen in den Stallungen 100 Pferde, die dort trainiert werden. Nach der Stallvisite konnten die Besucher einmal testen, wie es sich in der Startmaschine für ein Rennen anfühlt. „Die Pferde üben das im Training und müssen eine Ständeprüfung ablegen“, erklärt Lammers. Dies sei notwendig, damit die Tiere sich an die Maschine gewöhnen.
Von dort aus ging es auf die Sandbahn, welche als Trainingsbahn verwendet wird. Damit ist es dort im Training zu keinen Unstimmigkeiten kommt, ist die Richtung, in die geritten wird, festgelegt. Zudem gibt es noch eine Trapphalle, in der die Reiter auch bei schlechtem Wetter trainieren können. „Der Sand in der Halle ist auch extra rückenschonend für Reiter und Pferd“, ergänzt Lammers. Und um ein gutes Training zu ermöglichen, wird der Sande jede halbe Stunde geeggt.
Entlang der Rennbahn ging es dann auf dem etwa 70 Hektar großen Gelände zurück in die Garden Lounge. „Wie groß es hier wirklich ist, konnte ich mir nicht vorstellen“, sagte Christian Schweimler, der extra aus der Nähe von Wolfenbüttel für den Tag der Rennställe angereist war. Und der Tag hat sich für ihn gelohnt. „Es hat mir sehr gut gefallen. Und unsere Leiterin hat das sehr schön gemacht. Mich hat hier vieles überrascht, da man von der Rennbahn aus gar nicht so weit nach hinten gucken kann“, freut sich Schweimler. Und auch Janine Butterbrod war begeistert. „Wir fahren oft zum Rennen zur Rennbahn. Da sieht man ja hinter den Kulissen nichts. Daher war es für uns sehr informativ und wir haben einiges erfahren, was man sonst nicht so mitbekommt“, sagt die Hildesheimerin.