Ein doppeltes Jubiläum

Scheckübergabe an das Street-Art Projekt der Kulturstiftung aus Anlass des Firmenjubiläums: Seniorchefin Birgit Peters (von links), Ulrike Jagau, Juniorchefin Wiebke Enke und Gabriele Spier. Im Hintergrund die Jubiläumsgäste. (Foto: D. Lange)

70 Jahre Richard Rietzel, davon 50 Jahre in Langenhagen

Langenhagen (dl). Was mit universellen wie praktischen Einsatzmöglichkeiten heute zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Alltags geworden ist, hatten Chemiker in den frühen 30er Jahren mehr durch Zufall entdeckt. Die Rede ist von Acrylglas oder auch bekannt als Plexiglas. Das Ausgangsmaterial für Acrylglas ist ein Granulat, welches im wesentlichen aus Kohlenstoff und Sauerstoff besteht und damit Eigenschaften bietet, die es in vielen Anwendungsbereichen zu einer Alternative zu herkömmlichem Glas werden ließ. Es ist transparent, leichter als Glas und von hoher Bruchfestigkeit. Eigenschaften also, die den Metallbauer Richard Rietzel im Jahr 1948 dazu bewogen, sich mit seinem zunächst metallverarbeitenden Betrieb künftig diesem, damals neuen und interessanten Werkstoff der Zukunft zuzuwenden. Damit legte Rietzel in Hannover den Grundstein für die heutige Richard Rietzel GmbH mit Abnehmern im In- und Ausland. Nach 20 Jahren in Hannovers Südstadt machte die wachsende Auftragslage und der damit einhergehende Bedarf an weiteren Mitarbeitern größere Produktions- und Verwaltungsräume nötig. 1968 erfolgte daher der Umzug an den heutigen Standort in Langenhagen in eine eigene, neu erstellte Fertigungshalle mit Bürogebäude. Mittlerweile wird das Familienunternehmen in der dritten Generation geführt. Die Tochter des Firmengründers, Birgit Peters, geborene Rietzel ist zusammen mit Tochter Wiebke Enke zuständig für die kaufmännischen Belange der Firma, während sich Ehemann Stefan Enke als Betriebsleiter um die Bereiche Technik, Beratung und Produktion kümmert. Der kunststoffverarbeitende Betrieb am Bahndamm in Langenhagen beschäftigt sieben Mitarbeiter und ist spezialisiert auf Einzelanfertigungen und kleine Serien für unterschiedliche Unternehmen, Universitäten und Museen, aber auch für den privaten Bereich. „Die Kunden schicken uns ihre Zeichnungen und fragen: „Könnt Ihr das?“, sagt Betriebsleiter Stefan Enke. In der Regel können sie, nicht zuletzt dank einer computergesteuerten CNC-Fräse, dem Herzstück der automatisierten Fertigung. Aus Anlass ihres 70. Firmenjubiläums übergaben die Geschäftsführerinnen Birgit Peters und Wiebke Enke der Langenhagener Kulturstiftung zur Unterstützung des integrativen Street-Art Projekts eine Spende über 700 Euro. Unter dem Motto „Aus Grau wird Bunt“ verwandeln Jugendliche in Langenhagen die Schaltkästen der Telekom mit Phantasie und Farbe in einen künstlerisch gestalteten Blickfang im Stadtbild. Mit dem Geld kann das Projekt, dass sich ausschließlich aus Spenden und Fördermitteln finanziert, auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden. „Wir werden uns dann den Ortsteilen zuwenden, wo es noch viele der einheitsgrauen Telekom-Schaltkästen gibt. Einen Mangel an Motiven wird es dank der ungebrochenen Kreativität der Jugendlichen ganz sicher nicht geben“, versichern die Initiatorinnen des Projekts Gabriele Spier und Ulrike Jagau.