"Ein Fuß in der Welt"

Künstlerin Isabel Nolan

Langenhagen. Die neue Saison im Kunstverein hat mit einer Einzelausstellung der irischen Künstlerin Isabel Nolan bereits begonnen. Ein Fuß in der Welt ist die dritte in einer Reihe von Ausstellungen, die zuvor in der Douglas Hyde Gallery in Dublin (Calling on Gravity, 2017) und im Grazer Kunstverein (Curling Up with Reality, 2017-18) stattfanden. Der Fokus der Ausstellungsserie liegt auf der Frage, wie durch menschliche Aktivität Sinn in die Welt gebracht wird.
In der Ausstellung wird die Faszination der Künstlerin für das Niedrige auf subtile Weise herausgearbeitet. Ihre Arbeiten, zu denen hängende und bodenbezogene Skulpturen, Bilder, Fotografien und auch der zuvor genannte Text gehören, heben das Niedrige und bringen es buchstäblich und im übertragenen Sinne auf eine andere Ebene. Mehrere Fotos zeigen den menschlichen und manchmal tierischen Teil des Körpers, der dem Boden am nächsten ist: die Füße. In mehreren Werken porträtiert Nolan auch den Boden selbst, sowohl in erhabenen als auch in vernachlässigten Zuständen. Die Dekoration hier liest sich als ein Versuch, der irdischen Unreinheit zu entgehen und zu leugnen, dass wir denselben Boden wie unmenschliche und vermeintlich geistlose Wesen besetzen. Der Ausstellungstitel spitzt sich auf die Füße zu, den Teil unseres Körpers, der uns mit der mit der Welt verankert und uns aufrecht und mobil hält. Dennoch bezieht er sich auch auf das Wissen um unsere Sterblichkeit, deren Kenntnis uns irgendwie noch härter zum Versuch treibt, diese Unausweichlichkeit zu umgehen. Die Ausstellung ist bis zum 11. November in der ehemaligen Kapelle im Eichenpark an der Stadtparkallee zu sehen. Es scheint angemessen, dieses spezifische Gebäude im Eichenpark zu nutzen, der seit 1862 Sitz einer psychiatrischen Anstalt war. Die Institution war weitgehend autark und die Toten wurden auf dem Gelände selbst begraben, wo die Kapelle auch als Leichenhalle diente und Sektionsräume enthielt. In der Präsentation in der Kapelle sind auch Verbindungen zwischen hoch und niedrig, unten und oben gewebt.