Ein Garten für Sternenkinder

Cellistin Michaela von Pilsach musizierte zu der Andacht, die Pastorin Bettina Praßler-Kröncke hielt. Foto: D. Lange

Neue Beisetzungsstätte auf dem Kirchenfriedhof

Langenhagen (dl). Auf dem Kirchenfriedhof der Elisabethkirche wurde jetzt mit einer Andacht der „Garten der Sternenkinder“ eröffnet, eine Beisetzungsstätte für Fehl- und Frühgeburten. Steinmetz Uwe Spiekermann hatte dazu eine Stele entworfen, die die Brüche des Lebens symbolisiert und dazu einen Engel zeigt, der Sterne ausstreut, die wiederum für die Kinder stehen, die hier beigesetzt sind.
Inspiriert von der Bundesgartenschau in Gera hatten vor fünf Jahren Langenhagener Friedhofsgärtner das Thema Kindergräber aufgegriffen und stießen damit bei Pastorin Bettina Praßler-Kröncke von der Elisabethgemeinde und Inge Aping von der Friedhofsverwaltung auf offene Ohren – beide hatten sich schon mit dieser Thematik auseinandergesetzt. Zusammen mit dem Kirchenvorstand, der Wir-helfen-Stiftung sowie den auf dem Kirchenfriedhof tätigen Gärtnern, den Bestattungsunternehmen Naethe und Eggers, Steinmetz Uwe Spiekermann und nicht zuletzt den Langenhagener gynäkologischen Praxen konnte das Projekt „Garten der Sternenkinder“ verwirklicht werden. Es soll Müttern und Vätern einen Ort geben, an dem sie ihre Trauer und ihren Schmerz über den Verlust verarbeiten können.
Föten mit einem Gewicht von unter 500 Gramm sind nach Fehl- und Totgeburten sowie nach Schwangerschaftsabbrüchen nicht bestattungspflichtig, sondern werden in der Regel „hygienisch einwandfrei“ mit Gewebeabfällen der Kliniken entsorgt. Diesen für viele Eltern unerträglichen Zustand zu ändern sowie den betroffenen Eltern einen Ort zu geben, an dem sie von ihren verstorbenen Kindern Abschied nehmen können, ist das Anliegen von Pastorin Praßler-Kröncke und allen an dem Projekt Beteiligten. „Trotz bester medizinischer Vorsorge sind Fehlgeburten keine Seltenheit“, so Praßler-Kröncke. „Auch wenn eine Schwangerschaft, aus welchen Gründen auch immer, nicht gewünscht wird oder gar aus medizinischer Sicht ein Abbruch notwendig ist, so bleibt dies für die Mütter, aber auch für die Väter immer ein Teil ihres Lebens. Selbst wenn sie für eine Zeit von Monaten oder Jahren verdrängt werden, irgendwann kommen die Trauer über den Verlust und die Fragen nach dem Kind doch wieder zurück.“
Die künftig zweimal jährlich stattfindenden Trauergottesdienste mit anschließender Beisetzung sollen jeweils am letzten Freitag im April und im September stattfinden. Dokumentiert wird die Beisetzung durch einen Datumsstein auf der Grabstätte. Diese Sammelbeisetzungen sind für die Eltern kostenfrei; darüber hinaus können die Eltern einen persönlichen Erinnerungsstein für ihr Kind gestalten und im Garten der Sternenkinder einfügen lassen.
Die erste Trauerfeier mit anschließender Beisetzung von Fehlgeborenen im Garten der Sternenkinder findet, etwas außerhalb des geplanten Rhythmus, am Freitag, 6. Mai, ab 15 Uhr in der Kapelle des Kirchenfriedhofs an der Karl-Kellner-Straße statt. Eingeladen sind trauernde Eltern, die ein Kind in den ersten Schwangerschaftsmonaten verloren haben, und deren Angehörige.
Weitere Informationen zur Beisetzung sind über die Friedhofsverwaltung der Elisabethkirche zu beziehen, erreichbar unter Telefon (05 11) 77 65 77.