„Ein gemeinsames Haus oder gar keins“

Sie wurden für ihren künftigen Feuerwehrdienst vereidigt. Marvin Gundlach, Bryan Steve Müller, Jonas Hannemann, Jan Luca Hartmann und Andreas Kurth mit Ortsbrandmeister Kai Jüttner. (Foto: D. Lange)

Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Ortsfeuerwehr Krähenwinkel

Krähenwinkel (dl). Das Thema „Neues Gerätehaus“ nahm in der Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Krähenwinkel naturgemäß einen breiten Raum ein. Nachdem sich die Wehr in ihrer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 28. November mit 45 von 46 Stimmen für ein gemeinsames Gerätehaus mit der Feuerwehr Kaltenweide ausgesprochen hatte, legte der Ortsrat Krähenwinkel eine entsprechende Beschlussvorlage zum Bau eines Doppelhauses für beide Wehren vor. Ein von Bürgermeister Heuer und dem Stadtbrandmeister Arne Boy entwickeltes Raumkonzept für den neuen Standort auf der Dreiecksfläche am nördlichen Ende der Walsroder Straße sieht vor, beide Ortsfeuerwehren, Kaltenweide und Krähenwinkel in jeweils einer Doppelhaushälfte autark unterzubringen. Die Ortsgruppe der DLRG Krähenwinkel als Kooperationspartner in Sachen Wasserrettung wird ebenfalls mit umziehen. Kai Jüttner, Ortsbrandmeister in Krähenwinkel, sagte es kurz und knapp: „Es gibt nur ein gemeinsames Haus oder keins“. Soll heißen: Wenn sich die Krähenwinkeler gegen die Dreiecksfläche entschieden hätten, gäbe es keinen Neubau. Im Rahmen ihrer Sonderaufgaben ist die Wehr in Krähenwinkel für den Bereich Tierrettung zuständig und da gab es im vergangenen Jahr einige exotische Einsätze. Eine Schlange im Vorgarten, ein Leguan an einer Hauswand, Katze auf Baum, ein verletzter Uhu oder der Umzug einer Entenfamilie. Andere Einsätze dagegen endeten auf tragische Weise. Als Folge eines Badeunfalls im Juli am Silbersee starb ein sechsjähriges Kind, nachdem es zunächst reanimiert werden konnte. Im November rückten die Freiwilligen Feuerwehren aus Langenhagen, Krähenwinkel und Kaltenweide mit insgesamt 60 Einsatzkräften und 13 Fahrzeugen zu einem Feuer im Birkenweg aus, bei dem die Bewohnerin des Hauses ums Leben kam. Während des Einsatzes wurden die freiwilligen Retter trotz der frühen Morgenstunden von Anwohnern mit Kaffee und Brötchen versorgt. „Es ist echt cool, wenn Du bei einem Einsatz von wildfremden Leuten einen heißen Kaffee in die Hand gedrückt bekommst“, kommentierte einer der freiwilligen Feuerwehrleute die Szene. Insgesamt wurde die Ortswehr zu 105 Einsätzen gerufen. Davon 41 Brandeinsätze, 53 Hilfeleistungen, fünf Fehlalarme und sechs Gefahrguteinsätze. Neben den 24 regulären Ausbildungsdiensten der Einsatzabteilung gab es weitere, zahlreiche Sonderausbildungen im Bereich Gefahrgut, Eisrettung, Boot, Funk, Feuerwehrführerschein sowie Erste Hilfe und Rettungsschwimmer. Letztere in Zusammenarbeit mit der DLRG. Zurzeit besteht die Ortswehr aus 318 Mitgliedern, davon 46 Aktive, davon wiederum drei Frauen, elf in der Jugend- und 20 in der Kinderfeuerwehr sowie 17 in der Altersabteilung plus 224 passive Mitglieder.