Ein Hörspiel, das polarisieren soll

Band läuft: Die beiden 17-jährigen Alexandra und Simon nehmen ihren Part des Hörspiels als „Sunny“ und „Jack“ auf; Evgenij bedient die Technik. (Foto: O. Krebs)

IGS-Elftklässler setzen das Thema Klimaschutz in komplexem Projekt um

Langenhagen (ok). Wir schreiben das Jahr 2080; der Klimawandel hat die Welt immer mehr zerstört. Der Meeresspiegel ist durch das Schmelzen der Polkappen stark gestiegen, die Stadt Hamburg fast untergegangen. In der Unterwasserstadt Grubmah haben die Menschen hinter Mauern Zuflucht gefunden – hinter Doppel- bis Dreifachverglasung, mit Tunneln und einer autarken Nahrungsmittelversorgung. Ein Szenario, das Schülerinnen und Schüler der elften Klasse an der IGS Langenhagen jetzt in einem Hörspiel mit selbst geschriebenen Kapiteln umgesetzt haben. Alles im Rahmen eines Klimaschutzprojektes, das der Rapper Rafael „SPAX“ Szulc-Vollmann initiiert hatte. Die Klimaschutzleitlinie der Region Hannover fördert das Projekt über die Leuchtturmrichtlinie als regional bedeutsames Klimaschutzvorhaben. Fünf Schulen in der Region Hannover sind an dem Projekt beteiligt, insgesamt fünf Folgen entstehen. Sie sind dann auf You tube unter dem Stichwort „Die Zeit davor, die Zeit danach“ zu finden. Unter www.klimaschutzprojekt.blog sind als Schulen mit ihren Erfahrungen untereinander vernetzt. Für den Initiator SPAX ein Projekt mit großer Komplexität. Das Hörspiel sei „eine spannende Variante mit einem interessanten Ergebnis, das polarisiere“. Die Schülerinnen und Schüler müssten das Szenario durchleben. So müssten beispielsweise Bezüge klar werden, die durch den Klimawandel und vemehrten Kohlendioxid-Ausstoß entstünden. Ein Verzicht auf Autos zöge eine Einschränkung der Mobilität nach sich. Ohne ohne Energie gebe es kein Internet oder Mobiltät. Und die Jugendlichen lernten auch, dass die Politik großen Einfluss auf Entscheidungen habe. Verschiedene Mitbestimmungsformen wurden ebenfalls diskutiert. „Die Schüler haben viel über sich selbst und die Auswirkungen der Menschen auf die Natur gelernt“, sagt Spax. Die Lüneburger Heide, wo die sich die Elftklässler am ersten Tag Inspirationen geholt haben, sei ja auch ein kuktivierter Naturraum, den der Mensch so für den Tourismus geschaffen habe. Wie so oft im Leben müssten Kompromisse eingegangen, Abstriche gemacht und auch verzichtet werden. Spax: „Die Jugendlichen sollen lernen, Dinge als Lösung zu betrachten, die für alle cool sind und ihre eigenen Befindlichkeiten zurückzustellen.“ Mara (17) sagt: „Ich lebe jetzt viel bewusster und habe mehr Respekt vor der Zukunft. Jeder müsse bei sich selbst anfangen, zum Beispiel auf Plastik verzichten und auf Glas und Edelstahl zurückgreifen.“ Die gleichaltrige Noura ergänzt: „Die großen Firmen und Unternehmen müssen in Sachen umweltbewusstem Verhalten aber mit gutem Beispiel vorangehen und ihren ökologischen Fußabdruck hinterlassen.“ Und auch die Politik könne ihren Teil dazu beitragen, etwa mit einem Tempolimit auf Autobahnen.