Ein Hort für alle

Gehen das Thema "Integrativer Hort" gemeinsam an: Cidem Meyer und Oliver Röttger. (Foto: O. Krebs)

Pilotprojekt geplant: integrative Betreuung ab der vierten Klasse

Langenhagen (ok). Ganztagsschule oder Hort? Diese Gretchenfrage stellt sich für vielen Eltern. Allerdings bislang in Langenhagen nur für die Klassen eins bis vier. Cidem Meyer, Mitglied im Vorstand des Langenhagener Kitastadtelternrates sowie des Jugendhilfeausschusses, und Oliver Röttger, Vorsitzender des Regionselternrates, wollen jetzt einen ganz neuen Weg gehen und ein Pilotprojekt starten, das wahrscheinlich in ganz Niedersachsen einzigartig ist: ein integrativer Hort für Kinder auf weiterführenden Schulen. Ein Kooperationspartner ist mit der FEBEL (Freie Evangelische Bildungs- und Erziehungseinrichtungen) schon gefunden, der Verein würde auch das Betreuungspersonal stellen. Cidem Meyer und Oliver Röttger, die selbst Mutter und Vater zweier Kinder mit Förderbedarf sind, erläutern: "Es werden vier Kinder mit und zwölf Kinder ohne Förderbedarf Platz finden." Mehr Infos gibt es auch unter www.hortfueralle.de. Die beiden hoffen, dass viele Eltern Bedarf anmelden, und das Projekt somit für die Antragstellung beim Kultusministerium unterstützen. Geplant ist ein Start im Hort in Klasse vier. Denn: "Das ist ein Bruch weniger, wenn die Kinder die Schule wechseln", sagt Oliver Röttger. Für ihn ist die Hortbetreuung qualitativ besser als 90 Prozent der Nachmittagsangebote an der Ganztagsschule, nicht zuletzt deshalb, weil dort ausschließlich pädagogische Fachkräfte tätig seien. Oliver Röttger: "Die Eltern müssen die Wahlfreiheit haben.“ Bis 14 Jahre sei die Möglichkeit einer Hortbetreuung gesetzlich vorgeschrieben. Cidem Meyer: "Für das Familienleben ist das enorm wichtig. Wir haben noch eine Tochter. Sie müsste enorm leiden und auf vieles verzichten, wenn wir uns nachmittags fast ausschließlich um unseren Sohn kümmern müssen." Befürworter gebe es aus den Reihen der Politik, aus dem Kita-Stadtelternrat und auch von Sozialdezernentin Eva Bender. Die FDP beispielsweise will die Initiative in ihr Wahlprogramm aufnehmen und auch in den Ausschüssen befürworten. Räume soll es möglichst im Stadtzentrum geben, die Betreuungszeiten sind in der Schulzeit zwischen 12 und 17 Uhr. In den Ferien soll es verlässliche Zeiten zwischen 8 und 17 Uhr. Im Sommer 2022/23 soll es dann losgehen. Und Meyer und Röttger sind überzeugt: "Damit Inklusion funktioniert, müssen alle dazu bereit sein."