Ein Jahrgang der Nichtschwimmer

Die so genannten Nichtschwimmerkurse in der Wasserwelt fallen wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr sprichwörtlich ins Wasser.

Wasserwacht fordert deutschlandweit Schwimmunterricht an allen Schulen

Langenhagen (ok). Ein ganzer Jahrgang ist betroffen, kann wegen der Corona-Pandemie nicht das Schwimmen lernen. Sowohl die DLRG in Langenhagen als auch die in Krähenwinkel bieten zurzeit keine Seepferdchen-Kurse in der Wasserwelt an. Die Vorschriften mit Mindestabstand und begrenzter Zahl an Teilnehmern im Wasser machen die so genannte Nichtschwimmerausbildung unmöglich. Ein riesiger Berg baue sich auf, schon vor Corona habe es Wartezeiten von bis zu zehn Monaten gegeben. Und Frank Berkemann, Öffentlichkeitsbeauftragter der DLRG Langenhagen, ist überzeugt: „Solange es keinen Impfstoff oder keine Medikamente gegen Covid 19 gibt, wird sich nichts ändern.“ Die DLRG bietet aktuell immer freitagsabends Training für Rettungsschwimmer an, auch im Silbersee. Alles in allem sei die Situation wegen der steigenden Zahl an tödlichen Badeufällen aber dramatisch. Zum Beginn des neuen Schuljahres fordert die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Schwimmunterricht deutschlandweit an allen Schulen anzubieten und durchzuführen. „Der Schwimmunterricht ist gesetzlich fest in den länderspezifischen Lehrplänen verankert, wird aber nicht flächendeckend umgesetzt – weil es nicht mehr genügend Bäder gibt, die Anfahrtswege dadurch oft zu lang für eine Schwimmstunde sind, oder weil Schwimmlehrer fehlen. Das muss sich ändern, damit Kinder aller Bevölkerungsgruppen schwimmen lernen können“, sagt Andreas Paatz, Bundesleiter der DRK-Wasserwacht.
„Durch die ausgefallenen Kurse wegen Corona-Pandemie fehlt es vielen Kindern und Jugendlichen an Wissen und Übung im Wasser. „Das muss schnell nachgeholt werden, denn nur so können sie lernen, sich sicher im Wasser aufzuhalten und auf Gefahren wie Strömungen oder Sog zu reagieren. Eine angemessene Selbsteinschätzung kann Leben retten“, sagt Paatz.
Eltern sollten ihre Kinder nie aus den Augen lassen, Nichtschwimmer sollten am Ufer bleiben. „Als schwimmfähig gilt erst, wer mindestens das Schwimmabzeichen Bronze hat, also mindestens 200 Meter Dauerschwimmen, zwei Meter tief tauchen und kopfwärts ins Wasser springen kann“, sagt Paatz weiter.