Ein Jugendparlament als festes Gremium

Mirko Heuer ließ sich ins Kreuzverhör nehmen; Lena Hannemann und Julius Richter aus dem Politik-Leistungskurs der zwölften Klasse moderierten die Veranstaltung, so genannte Schülerexperten stellten die Fragen zu den einzelnen Themengebieten. (Foto: O. Krebs)

Bürgermeister stellt bei Fragerunde am Gymnasium Ideen der Verwaltung vor

Langenhagen (ok). Von der sprichwörtlichen Politikverdrossenheit, von der so oft die Rede ist, keine Spur. Die Diskussionsveranstaltung, die der Politikleistungskurs am Gymnasium organisiert hatte, schien Bürgermeister Mirko Heuer Geschmack auf mehr gemacht zu haben. „Was du heute kannst besorgen, das verschiebt man ruhig auf morgen“ war das Motto der Veranstaltung in der Aula und Themen wie der Neubau des Gymnasiums kamen genauso zur Sprache wie Abläufe in der Verwaltung, schlechte Radwege oder ein Basketballfeld am Weißen Weg in Godshorn, wo es nach Ansicht von Jan eine Menge zu tun gibt. Die Schüler zeigten sich erstaunlich gut vorbereitet bei Themen, die ihre Stadt betreffen. Für Bürgermeister Mirko Heuer eine gute Gelegenheit, um ein Projekt anzukündigen, das er in diesem Jahr auf den Weg bringen möchte: ein Jugendparlament oder Jugendrat, das als festes Gremium installiert werden und mitentscheiden soll. Noch ein Grund, warum er ein Freund der Veranstaltung „Pimp your town“ ist, bei der Schülerinnen und Schüler in einem dreitägigen Workshop das politische Leben kennen lernen. Nur eines hat ihm bei der diesjährigen Veranstaltung nicht geschmeckt: die aufkommende Neiddebatte wegen des Gymnasium-Neubaus, für den die Stadt 65 Millionen Euro in die Hand nimmt. „Langenhagen geht es gut; wir haben noch genug Geld für die anderen Schulen. Die Stadt ist solvent, auch wenn wir Kredite aufnehmen“, sagt der Verwaltungschef. Das Raumprogramm solle auch für die anderen Schulen gelten. Als Bürgermeister habe er keine Prioritäten für einzelne Schulen, betrachte die ganze Schullandschaft und stehe für eine optimale Schulversorgung. Die Sanierung und Erweiterung der IGS könne auch erst beginnen, wenn der Neubau fürs Gymnasium stehe.
In der offenen Fragerunde sprachen dann einzelne Schüler Themen an, die ihnen auf den Nägeln brennen. Ein großes Thema war das Gelände des Hallen- und Freibades in Godshorn, das brach liegt. Hier soll unter Umständen eine Fläche für Sport, Freizeit und Erholung entstehen. Einen Auftrag des Godshorner Ortsrates gibt es aktuell allerdings noch nicht. Und wie sieht es mit einem Außengelände für die Wasserwelt aus? Das stehe im Moment nicht ganz oben auf der Prioritätenliste, ein Schulneubau habe da Vorrang.
Und die nächste Diskussion unter dem gleichen Motto steht schon vor der Tür: Am nächsten Donnerstag, 17. Januar, kommen die Chefs der einzelnen Fraktionen im Rat der Stadt Langenhagen in die Aula des Schulzentrums, um sich den Fragen der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten zu stellen.