Ein Nachfolger wird gesucht

Willi Minne (links) wird für seine jahrzehntelangen Verdienste vom Vorsitzenden Friedhelm Schulz zum Ehrenmitglied der AWO Godshorn ernannt. Heidrun Schulz begleitet die Verleihung. 

Willi Minne ist jetzt Ehrenmitglied der AWO Godshorn

Godshorn. Vor 75 Jahren hatten sich Godshorner zusammengetan, um einen Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt (AWO) zu gründen. Das Jubiläum feierten die Mitglieder am Sonnabend mit einem Kaffeenachmittag im örtlichen Dorfgemeinschaftshaus.
Seit 38 Jahren ist Friedhelm Schulz Vorsitzender der aktuell 74 Mitglieder. Bundesweit zählt der Verband 317.800 Köpfe. Die gegenwärtigen Anforderungen sind herausfordernd, wenn auch wegen Corona auf andere Weise als in den Gründerjahren der Nachkriegszeit. In jedem Fall sucht Schulz jemanden, der ihm im Amt nachfolgen möchte.
Am Eingang wurde die Körpertemperatur gemessen, es galt Maskenpflicht, Getränke wurden am Tisch serviert, Zettel zur Anwesenheit ausgefüllt. Diese Vorsichtsmaßnahmen stellten für die 63 Gäste kein Problem dar. Nach der Begrüßung von Schulz folgte eine lange Reihe an Gratulanten, die in ihren Grußworten warmherzig, aber auch kurz und knapp auf den Punkt kamen.
Willi Minne würdigte als stellvertretender Bürgermeister der Stadt Langenhagen die unverzichtbaren Verdienste des Ortsvereins und fügte dem AWO-Leitbild noch den Begriff „Respekt“ hinzu. Eine Eigenschaft, die er gesellschaftlich für bedeutender denn je hält. Auch als Vertreter des Kirchenvorstands übermittelte er Grüße und Glückwünsche. Nach den Ansprachen sollte Minne ein zweites Mal nach vorn kommen: Dann ernannte ihn Schulz feierlich zum Ehrenmitglied der AWO Godshorn.
Ortsbürgermeisterin Ute Biehlmann-Sprung hält das Wirken der AWO für ebenso unverzichtbar wie der CDU-Fraktionsvorsitzende im Ortsrat, Ulrich Müller. Birgit Merkel, stellvertretende Präsidentin der AWO Region Hannover, ging auf Geschichte, Ziele und die Suche nach Ehrenamtlichen ein. Für diese hat Tim Julian Wook, Ko-Vorsitzender der SPD Langenhagen, leider auch keine Patentlösung. Allerdings kann er sich die Stärkung der Ehrenamtskarte als einen sinnvollen Schritt vorstellen. Die Gratulanten lieferten einen bunte Reigen an guten Wünschen, ließen Fakten zu Sinn, Ursprung und Entwicklung der AWO einfließen und brachten Geldgeschenke mit. In den Redebeiträgen ging es auch um den Nachwuchsmangel. Denn der Bedarf an Unterstützung, Hilfe und der Wunsch nach Geselligkeit wächst, doch die Zahl der Ehrenamtlichen, die sich im Sinne der AWO engagieren möchten, schrumpft.
Im Dorfgemeinschaftshaus standen das Wiedersehen und die Gespräche im Mittelpunkt. Auch die Albert-Fichte-Begegnungsstätte, deren Ursprünge auf die Altenstube zurückgehen, wurde dabei thematisiert. Sie besteht seit mittlerweile 45 Jahren. 1966 wurde sie als Altenstube von der Gemeinde Godshorn ins Leben gerufen. Die Jubiläumsgäste feierten diesen Jahrestag ganz pragmatisch gleich mit.
Manche Erinnerung an gemeinsame Theaterbesuche, Reisen und Tagesausflüge wurde geweckt. Die Fotos davon waren im Eingangsbereich in Alben sortiert und hingen zum Teil als Ausdrucke an der Fensterscheibe. Auch sie spiegelten das rege Engagement der AWO-Mitglieder wider.