"Ein Regionspräsident zum Anfassen"

Ein Kind der Region: Steffen Krach, Kandidat für das Amt des Regionspräsidenten. (Foto: Ph. Schröder)

Staatssekretär Steffen Krach (SPD) will in Hannover noch einmal durchstarten

Langenhagen (ok). Er setzt auf Sieg, plant seine Zukunft ohne Netz und doppelten Boden. Steffen Krach (41) - Staatssekretär im Berliner Senat - will im nächsten Jahr Hauke Jagau als Regionspräsident beerben.Warum der angestrebte Wechsel aus der Bundes- in die niedersächsische Landeshauptstadt? Krach: "Ich bin in Hannover aufgewachsen, würde hier gern gestalten. Eine Kandidatur in einer anderen Region käme für mich nicht in Frage." Der SPD gehört Krach, der in Göttingen und Berlin Politikwissenschaft studiert hat, seit 1998 an. Der Grund für seine Liebe zur Sozialdemokratie hat einen Namen: Gerhard Schröder. Krach erzählt: "Ich bin genau in dem Zeitraum in die SPD eingetreten, als Schröder erneut zum Ministerpräsidenten gewählt worden war und seine Kandidatur als Bundeskanzler feststand." Der Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung war vor allen Dingen ein Fan des damaligen rot-grünen Projekts. "Mit viel rot und relativ wenig grün", sagt der zweifache Familienvater schmunzelnd, der im Berliner Senat Karriere gemacht hat. Krach hat als Staatssekretär in seinem Ressort nach eigenen Angaben viele Freiheiten gehabt, direkt an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller berichtet. So hat er zum Beispiel eine Kooperation der Allianz der Technischen, der Freien und der Humboldt-Universität mit der altehrwürdigen Universität in Oxford auf den Weg gebracht und unter anderem Themenfelder wie Klima, Mobilität und auch Medizin unter die Lupe genommen. Was die Lehrkräfte an Hochschulen angeht, so hat Krach die Zahl vervierfacht, durch neue Studiengänge im Pflegebereich will er dem Fachkräftemangel entgegen wirken.Warum will er nach dieser Erfolgsstory zurück nach Niedersachsen kommen? Krach: "Das ist eine Entscheidung für Hannover, nicht gegen Berlin. Ich will für die Menschen aus der Region da sein, aus der ich selbst komme." Darüber hinaus fasziniert ihn das in Deutschland einzigartige kommunalpolitische Konstrukt Region mit der Landeshauptstadt Hannover und 20 Umlandkommunen. Mobilität und Gesundheit liegen ihm genauso am Herzen wie beispielsweise Bildung und Klimaschutz.
Eine der zahlreichen Gemeinden ist Langenhagen mit dem großen Arbeitgeber Flughafen, der während der Corona-Pandemie auch schwere Zeiten durchmacht. Krach verspricht: "Langenhagen ist nur so stark wie die Region ist. Ich werde mir die Probleme anhören und nach Lösungen suchen." Eine ganz wichtige Baustelle ist für ihn auch das Thema Corona. Welche gesundheitlichen Folgen kommen später auf die Erkrankten zu. "Wir brauchen ein Corona-Spätfolgenzentrum, in dem Spezialisten aller Fachrichtungen Hand in Hand arbeiten." Der Fan von Hannover 96 sieht eine breite Aufgabenvielfalt auf sich zukommen, und der Langenhagener SPD-Vorsitzende Tim Julian Wook denkt, dass Krach mit seiner Expertise auch viel für den Standort Langenhagen bewirken, an dem es mit der Paracelsus-Klinik ja auch ein renommiertes Krankenhaus gibt.
Und auch viele Schulen, die saniert werden müssen. Bildung werde ein Schwerpunkt sein. Steffen Krach will ein "Regionspräsident zum Anfassen" sein, der auch auf Innovation setzt. Auf der Regionswahlgebietskonferenz am 20. Februar soll Steffen Krach bestätigt werden. Und dann heißt es hop oder topp, denn einen Weg zurück in den Senat gibt es für Steffen Krach nicht. Aber: Mit einem Gedanken an eine Niederlage beschäftigt sich der 41-Jährige erst gar nicht, sondern setzt alles auf eine Karte.