"Ein riesiger Irrsinn"

Legten die Kränze nieder: Rolf Zick (links) und Willi Minne.

Gedenken an jugendliche Kriegsopfer

Langenhagen. ​Wie an jedem 27. September haben auch jetzt am Donnerstag Vertreter der Stadt und Hinterbliebene jener 13 Luftwaffenhelfer und elf Soldaten gedacht, die bei einem Angriff auf die Flak-Stellung in Langenhagen vor 75 Jahren ums Leben kamen. Der stellvertretende Bürgermeister Willi Minne zitierte bei der kleinen Gedenkfeier am Denkmal auf dem Gelände der Pferderennbahn aus dem Buch eines Überlebenden, der das von Bomben und Feuer ausgelöste Inferno ebenso drastisch beschreibt wie die Bergung der Toten und Verwundeten. Heute sei es „Aufgabe jedes Menschen, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten für den Frieden einzusetzen“, erklärte Minne.
Aus eigener Erfahrung konnte der 97-jährige Rolf Zick über das Schicksal jener Flak-Batterie berichten, die er selbst als junger Leutnant zusammengestellt hatte. Damals wurden 16- und 17-jährige Schüler zu Luftwaffenhelfern ausgebildet. Sie sollten die an die Ostfront abgezogenen Soldaten ersetzen. So gehörten zu seiner Einheit von rund 120 Mann 20 bis 30 Jugendliche. 13 von ihnen wurden am 27. September 1943 nur wenige hundert Meter von dem nach dem Krieg für sie errichteten Denkmal entfernt getötet. „Wir wollen der Öffentlichkeit sagen, dass jeder Krieg ein riesiger Irrsinn ist“, sagte Zick.