Ein Sanierungsmanager soll's im Quartier richten

Die KSG modernisiert zurzeit in Wiesenau kräftig.Foto: O. Krebs

Wiesenau: erste Phase des energetischen Konzepts abgeschlossen

Langenhagen (ok). Die Kreissiedlung Hannover (KSG) geht bei der Sanierung ihrer Häuser und Wohnungen in Wiesenau mit gutem Beispiel voran; die Privaten sollen möglichst auf dem Fuß folgen, was das Thema Energieeinsparung angeht. Die erste Phase in Sachen Integriertes energetisches Quartierskonzept (IEQK) Wiesenau ist nach einer intensiven Datenerhebung über ein Jahr abgeschlossen worden; jetzt geht es ans Eingemachte. Im Klartext: Eine Sanierungsoffensive soll gestartet, „Haus-zu-Haus-Kampagnen“ verstärkt angegangen werden, denn immerhin tragen die Wohngebäude mit mehr als 55 Prozent zur CO2-Energiebilanz bei. Koordiniert werden soll das Ganze in den kommenden beiden Jahren von einem so genannten Sanierungsmanager als zentrale Anlaufstelle vor Ort. Auf die Einzelperson oder auch ein ganzes Beratungsbüro kommen Aufgaben im Projektmanagement oder auch im Controlling zu, die als Anschub dienen soll. Nicht zuletzt soll er auch beraten, damit Antragstellerinnen oder Antragsteller den Förderdschungel bewältigen können. Prioritätenlisten sollen dann abgearbeitet werden. Gerade Wiesenau mit seinem Geschosswohnungsbau sei prädestiniert und biete Potenzial für Nahwärmeinseln. Und auch an der Adolf-Reichwein-Schule – die Ganztagsschule hat die schlechteste Energiebilanz aller Schulen in der Flughafenstadt – sei energetisch noch jede Menge zu tun, die Sanierung könne sogar zum Leuchtturm-Projekt für Wiesenau ausgerufen werden. Auf die etwas provokante Frage Jens Mommsens (BBL) im Stadtplanungs- und Umweltausschuss, wo überhaupt das Konzept sei, antwortete Ulrich Imkeller-Benjes vom zuständigen Büro BEKS Energieeffizienz aus Bremen, das Konzept sei übergreifend, erschließe sich erst aus den Einzelmaßnahmen. Er könne kein fertiges Konzept liefern, sondern das müsse konkret aufs Quartier mit seinen 150 Einfamilien- und 120 Mehrfamilienhäusern auf 80.000 Quadratmetern Wohnfläche runtergebrochen werden. Bei Investitionen von etwa 30.000 Euro pro Einfamilienhaus seien langfristig durchaus auch Einsparungen bis zu 30 Prozent möglich.
Thema Mobilität: Etwa 27 Prozent an der CO2-Bilanz sind dem Individualverkehr geschuldet – Car-Sharing, ein besseres Fuß-Radwege-Netz oder aber auch Erdgastankstellen seien Ideen, die in dieser Richtung verwirklicht werden könnten. Ziel soll es sein, in zehn Jahren 15 Prozent, das sind pro Jahr 190 Tonnen, einzusparen, nicht zuletzt durch Solarthermie und Fotovoltaik auf einer potenziellen Fläche von 17.000 Quadratmetern in Wiesenau. Damit liege Langenhagen sogar über der Zielvorgabe der Bundesregierung, die 1,4 Prozent Kohlendioxid-Einsparung pro Jahr als Zielmarke ausgerufen hat. Verwaltungsmitarbeiterin Karin Saremba: „Wir starten glücklicherweise nicht bei Null und haben über unsere kontinuierlichen Beratungen schon eine Menge angeschoben.“